AIDS/HIV

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Ärzte Zeitung online, 24.06.2015

Aids-Organisationen fordern

Schluss mit der Diskriminierung!

Um die Ansteckungsgefahr bei HIV ranken sich immer noch Vorurteile - offenbar auch bei Ärzten, kritisieren Experten beim Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress. Sie fordern jetzt in einem Appell: Keine Benachteiligung für HIV-Infizierte in Praxen und Kliniken!

DÜSSELDORF. Kein Termin beim Arzt oder ein sichtbarer Vermerk auf der Krankenakte: Führende Aids-Organisationen fordern ein Ende der Diskriminierung von HIV-Infizierten in Arztpraxen oder Kliniken.

Die Patienten dürften keine Nachteile bei Zugang und Versorgung haben, heißt es in einem am Mittwoch beim Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress in Düsseldorf veröffentlichten Appell.

In Deutschland leben nach Schätzungen rund 80.000 Menschen mit HIV oder Aids.

"HIV-positive Patienten können behandelt werden wie alle anderen", erklärte der Präsident der Deutschen Aids-Gesellschaft, Prof. Georg Behrens. "Wenn die normalen Hygienevorschriften eingehalten werden, ist eine HIV-Übertragung im medizinischen Alltag ausgeschlossen."

Fortbildungen zu HIV gefordert

Die Organisationen verlangten von Ärztekammern und Verbänden mehr Fortbildungen zu HIV und Aids.

Bundesärztekammer und Bundeszahnärztekammer hätten das Problem erkannt und bereits zu einem vorurteilsfreien Umgang mit HIV-Infizierten aufgerufen.

Betroffene bekommen nach Angaben der Aids-Organisationen oft keinen Termin beim Arzt oder Zahnarzt. Nach einer Umfrage der Aids-Hilfe von 2012 wurde jedem fünften HIV-Positiven schon einmal eine medizinische Behandlung verweigert.

Die Organisationen verwiesen darauf, dass Menschen mit HIV bei entsprechender medizinischer Behandlung eine nahezu normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität hätten.

Berufliche Ausgrenzung häufig

Die meisten seien auch erwerbstätig. Dennoch litten Infizierte nach wie vor unter beruflicher und gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Unterzeichner des Appells sind die Deutsche Aids-Gesellschaft (DAIG), die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä).

Beim Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress diskutieren bis Samstag rund 1200 Teilnehmer aus Medizin, Wissenschaft, Aids-Hilfen und Betroffene über Fortschritte der HIV-Forschung und neue Ansätze für Therapien und Prävention. (dpa)

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