AIDS/HIV

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Ärzte Zeitung online, 12.10.2016

Aids-Forscher geehrt

KT Jeang Retrovirology Award für Frank Kirchhoff

Professor Frank Kirchhoff forscht seit 2001 an der Universität Ulm. Jetzt ist er für seine Arbeiten rund ums HI-Virus ausgezeichnet worden.

ULM. Der Ulmer Aids-Forscher Professor Frank Kirchhoff ist für seine bisherigen wissenschaftlichen Leistungen mit dem KT Jeang Retrovirology Award ausgezeichnet worden. Der Leibniz-Preisträger erforscht die Entstehungsgeschichte des Aids-Erregers und sucht in menschlichen Körperflüssigkeiten nach HIV-Hemmern und –Verstärkern, wie die Universität Ulm mitteilt.

Anders als viele Nachwuchspreise werde die Auszeichnung an Forscher in der Mitte ihrer Karriere verliehen.

Wichtige Erkenntnisse zu HIV

In mehr als 25 Jahren hat Kirchhoff, Leiter des Instituts für Molekulare Virologie, wichtige Erkenntnisse zum HI-Virus gewonnen: Unter anderem untersucht der Biologe die Entstehungsgeschichte des Immundefizienz-Virus, das wohl in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts von Primaten auf den Menschen übergegangen ist.

Kirchhoff habe zum Beispiel zeigen können, warum lediglich die HIV-Untergruppe M eine Pandemie ausgelöst hat, so die Uni Ulm in ihrer Mitteilung. Ein besseres Verständnis der Krankheitsentstehung und körpereigener Verteidigungsstrategien könnte den Weg zu neuen Therapien weisen.

Ansätze für Arzneien gegen HIV?

Mit Forscherkollegen sucht Frank Kirchhoff zudem in menschlichen Körperflüssigkeiten nach HIV-Hemmern und -Verstärkern. Dazu haben die Wissenschaftler 2013 das Ulmer Zentrum für Peptidpharmazeutika (U-PEP) gegründet.

Zu den bisher größten Erfolgen zählt die Entdeckung des Peptids "VIRIP", das die Verankerung des HI-Virus an der Wirtszelle unterbindet. Im Gegensatz dazu verstärken an Kirchhoffs Institut entdeckte Fibrillen im Sperma die Infektiosität des Erregers.

Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich womöglich Anhaltspunkte für nebenwirkungsarme Medikamente.

Preisträger forscht seit 2001 an der Uni Ulm

Kirchhoff forscht seit 2001 an der Universität Ulm. Im Jahr 2009 ist er mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet worden und er wurde Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Drei Jahre später erhielt Kirchhoff einen ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats über 1,9 Millionen Euro. Seit einiger Zeit engagiert er sich zudem im neuen Forschungsgebiet Bio-Quantenwissenschaften, an der Universität Ulm vertreten durch die Gruppe BioQ um Professor Martin Plenio.

Der mit 2000 britischen Pfund dotierte KT Jeang Retrovirology Award wird seit 2005 vergeben und ist seit zwei Jahren nach dem verstorbenen Mitgründer der Fachzeitschrift "Journal of Retrovirology" benannt. (eb)

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