Ärzte Zeitung, 06.07.2005

Syphilis breitet sich in deutschen Großstädten aus

BERLIN (dpa). Syphilis breitet sich in Deutschland weiter aus. Im Jahr 2004 wurden 3345 neu diagnostizierte Syphilis-Erkrankungen gemeldet. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) mit. Die höchste Syphilisrate gibt es demnach in Großstädten.

Betroffen sind vor allem Frankfurt am Main mit 22,5 Neu-Erkrankten pro 100 000 Einwohner, Köln (20 pro 100 000) und Berlin (19,5 pro 100 000). Es folgen Mannheim, München, Leipzig und Hamburg. Besonders häufig infizieren sich homosexuelle Männer. Aber auch bei Heterosexuellen nehmen die Infektionszahlen zu.

Mehr als 90 Prozent haben sich in Deutschland infiziert. Besonders betroffen waren Männer zwischen 20 und 30 sowie zwischen 40 und 50 Jahren.

Bei den Frauen stiegen die Infektionsraten deutlich bei den 25- bis 30jährigen. RKI-Experten vermuten, daß es mehr ungeschützten Sex gibt als Ende der 90er Jahre. Offenbar hat Aids bei vielen den Schrecken verloren; und der Kondomverbrauch in Deutschland geht zurück.

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