Ärzte Zeitung, 27.07.2005

Unbekannte Krankheit in China aufgetreten

NEU-ISENBURG (ug). 17 Bauern sind in der chinesischen Provinz Sichuan an einer bisher noch unbekannten Krankheit gestorben. In den letzten vier Wochen sind mindestens 41 weitere Bauern krank geworden, meldet "Nature" online. Wie bei Sars und der Vogelgrippe scheinen sich die Menschen bei Tieren angesteckt zu haben.

Die Symptome sind ähnlich wie die einer Grippe: Die Kranken haben hohes Fieber, und sie übergeben sich. Manche würden komatös und bekämen Hämatome unter der Haut, beschreibt die chinesische Agentur Xinhua die Symptomatik.

"Bis jetzt gibt es keine Diagnose", wird Bob Dietz zitiert, Sprecher der WHO-Büros für die westpazifische Region in Manila. Die WHO wolle erst einmal abwarten, bis die chinesischen Experten die neue Krankheit diagnostiziert haben. "Es kann alles sein, einschließlich Vogelgrippe und Sars. Die meisten Sorgen macht uns, daß wir nicht wissen, was es ist."

Die Chinesen wollen aber schon weiter sein. "Ich kann Ihnen versichern, daß es sich bei dieser Krankheit absolut nicht um Sars, Anthrax oder Vogelgrippe handelt", habe Zeng Huajin, ein leitender Funktionär der Gesundheitsbehörde in Sichuan, zu Xinhua gesagt, heißt es weiter.

Huajin vermutet, die Krankheit der Bauern gehe auf das Schweinebakterium Streptococcus suis zurück. Dieser Erreger kommt in der ganzen Welt vor. Infektionen von Menschen sind allerdings sehr selten, es gibt nur 150 Berichte. Bei Menschen verursacht S. suis schwere Grippe-ähnliche Symptome und manchmal auch Taubheit.

Mitglieder der Internationalen Gesellschaft für Infektionskrankheiten, die sich im Internet über die neue Krankheit austauschen, meinen, die Symptomatik ähnele am ehesten der des Krim-Kongo-hämorrhagischen Fiebers, das bei Tieren in Westchina endemisch ist, dessen Erreger aber eigentlich durch Zecken übertragen wird.

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