Ärzte Zeitung, 02.12.2005

KOMMENTAR

Neue Resistenzen sind ein Warnsignal

Von Thomas Müller

Die Versuche, Malaria einzudämmen, sind bisher nicht erfolgreich. Das liegt auch daran, daß in vielen Gebieten die Erreger gegen häufig verwendete Arzneien wie Chloroquin resistent sind. Umso wichtiger ist es, moderne Antimalaria-Präparate so zu verwenden, daß sich Resistenzen möglichst lange vermeiden lassen.

Daß dies möglich ist, hat man in Kambodscha und Thailand gezeigt. Dort verwendet man seit zehn Jahren Artemisinin-Derivate in Kombination mit Mefloquin, ohne daß man einen Wirkungsverlust dieser Kombination beobachtet hat. Die Malaria-Inzidenz ist in diesen Ländern sogar zurückgegangen.

Solche Erfolge werden aber gefährdet, wenn andere Länder unzureichende Mono- oder Kombitherapie verwenden. Daß in einigen dieser Länder jetzt Resistenzen gegen Artemisinin entdeckt wurden, ist ein deutliches Warnsignal.

Lesen Sie dazu auch:
Plasmodien zum Teil resistent gegen Artemisinin

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