Ärzte Zeitung, 17.01.2006

Vermehrt Infektionen mit Hanta-Viren

HANNOVER (ple). In Deutschland gab es im vergangenen Jahr, wie gemeldet, in einigen Regionen ungewöhnliche Häufungen von Infektionen mit dem Hanta-Virus. So sind 2005 in Niedersachen insgesamt 76 Patienten mit solchen Infektionen registriert worden, wie jetzt eine Studie in Hannover ergeben hat.

In der Studie stellte sich heraus, daß Aufenthalte im oder am Wald besonders stark mit den meldepflichtigen Virus-Infektionen assoziiert waren. Wohnen in Waldnähe war mit einem fünffach erhöhten Erkrankungsrisiko assoziiert, Freizeitaktivitäten im Wald waren mit einem vierfach erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden, wie das Robert-Koch-Institut in Berlin mitteilt (Epidem Bull 2, 2006, 15).

Das Institut weist darauf hin, daß nun auch das Ergebnis der Studie in Hannover von den bisherigen Erfahrungen abweicht, nach denen sich Menschen zu Hause oder im Beruf durch Einatmen von Aerosolen von Urin, Fäzes und Speichel infizierter Nager mit dem Virus anstecken.

Ähnliche Beobachtungen liegen aus Baden-Württemberg vor. Infizierte können hämorrhagisches Fieber mit Nierenversagen entwickeln. Die Therapie erfolgt symptomatisch mit Analgetika/Antipyretika und bei Bedarf auch durch eine Dialyse.

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