Ärzte Zeitung, 02.05.2006

Caspofungin wirkt auch gegen hartnäckige Pilze

Hohe Ansprechraten bei invasiven Pilzinfektionen

BONN (ner). Bei schwerkranken, immungeschwächten Mykose-Patienten hat sich Caspofungin als gut wirksames und verträgliches Medikament erwiesen, berichten Internisten aus 15 Kliniken in Deutschland. Vor allem seien keine Interaktionen mit Ciclosporin A beobachtet worden.

In der bislang größten Falldokumentation zu dem Thema haben Privatdozent Axel Glasmacher von der Universitätsklinik Bonn und seine Kollegen die Krankheitsverläufe von 118 Patienten mit invasiver Pilzinfektion ausgewertet ("Journal of Antimicrobial Chemotherapy" 57, 2006, 127).

Davon hatte ein Drittel eine akute Leukämie, 25 Prozent wurden künstlich beatmet und 26 Prozent hatten eine allogene Stammzelltransplantation hinter sich.

Entsprechend internationalen Kriterien (EORTC/MSG-Kriterien) war die invasive Pilzinfektion bei 73 Prozent der Patienten sicher nachgewiesen oder wahrscheinlich, bei den anderen möglich. Bei vielen hatte die antimykotische Vortherapie versagt.

Dennoch betrug die Ansprechrate bei 106 auswertbaren Patienten 64 Prozent, berichtet Glasmacher. Dies traf sowohl bei sicher nachgewiesener invasiver Mykose zu als auch bei Neutropenie. Hier betrug die Ansprechrate 75 Prozent. Von den 24 beatmeten Patienten sprachen sieben auf die Behandlung an.

Die Caspofungin-Therapie hatte im Median 15 Tage gedauert. Die Dosierungen lagen zwischen 50 und 100 mg täglich. Einen Monat nach Therapieende betrug die Überlebensrate etwa 70 Prozent.

Die Internisten heben die gute Verträglichkeit des Antimykotikums hervor: Bei sechs Prozent der behandelten Patienten waren Übelkeit und Durchfall leichten bis mittleren Grades festgestellt worden. Vor allem die Komedikation mit Immunsuppressiva, meist Ciclosporin A, sei unproblematisch und gehe offenbar nicht mit einer erhöhten Leber- oder Nierentoxizität einher.

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