Ärzte Zeitung, 17.04.2007

Malaria-Verdacht? Das sollte in einer Stunde geklärt sein

WIESBADEN (ug). Bei jedem, der mit Fieber in die Praxis kommt und vorher in einem Malaria-Endemiegebiet war, muss eine Malaria-Ausschlussdiagnostik gemacht werden. Und zwar schnell. Eine komplizierte Malaria tropica sollte man innerhalb von einer Stunde erkennen. Denn die Letalität ist mit 15 bis 20 Prozent sehr hoch.

Darauf hat der Marburger Tropenarzt Dr. Fritz Holst auf dem Internisten-Kongress in Wiesbaden hingewiesen.

Zur Diagnose müssen ein Blutausstrich und ein Dicker Tropfen gemacht werden. Wer nicht selbst mikroskopiert oder sich bei der Auswertung nicht sicher ist, solle die Blutprobe sofort mit dem Vermerk "Verdacht auf Malaria tropica" ans Labor schicken, so Holst. Der Antikörpernachweis sei erst einmal nicht zur Diagnose geeignet: "Das dauert zu lange". Die häufigste Fehldiagnose ist Reisediarrhoe. Denn auch viele Malaria-Patienten haben Durchfall. Auch Husten kommt bei Malaria vor.

Das Bewusstsein für Malaria sei bei Ärzten jedoch gestiegen, und das sei der Grund, weshalb in Deutschland die Malaria-Letalität auf etwa ein Prozent gesunken ist, sagte Privatdozent Hans-Dieter Nothdurft aus München. Immerhin werden pro Jahr vom Robert-Koch-Institut 500 bis 1000 eingeschleppte Malaria-Infektionen registriert. Die Tropenmediziner vermuten allerdings, dass die Dunkelziffer viel höher liegt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »