Ärzte Zeitung, 20.04.2007

Vermehrt Infektionen mit Hantaviren

Robert-Koch-Institut: Drastischer Anstieg der Zahl gemeldeter Erkrankungen in Süddeutschland

BERLIN (ple). In Süddeutschland ist derzeit vermehrt mit Hantavirus-Infektionen zu rechnen. Seit Beginn des Jahres haben sich dort dreimal so viele Menschen mit den Viren infiziert wie im Vergleichszeitraum der vergangenen sechs Jahre.

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt, sind bis Ende März 103 labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen durch Hantaviren an das Institut gemeldet worden, mit 78 Fällen die meisten aus Baden-Württemberg. Meist wird die Diagnose serologisch bestätigt.

Die meldepflichtige Infektionskrankheit beginnt oft mit rasch einsetzendem hohem Fieber (über 38 °C) über drei bis vier Tage. Außerdem haben die Infizierten unspezifische Grippe-ähnliche Symptome, etwa Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen. Die Therapie besteht meist aus symptomatischen Maßnahmen. Typisch bei Hantavirus-Infektion ist die Beteiligung der Nieren. Bei manchen Patienten kommt es zu einer Niereninsuffizienz, die eine Dialyse erforderlich macht.

Die Viren werden von Nagetieren auf Menschen übertragen, und zwar über Speichel, Urin und Kot. Hauptüberträger ist in Deutschland die Rötelmaus. Menschen infizieren sich meist über den Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Tiere: Die Erreger werden eingeatmet oder über kontaminierte Hände aufgenommen. Nach Angaben des RKI führen die in Europa vorkommenden Hantaviren allerdings nur selten zu Erkrankungen der Lunge.

Mehr Infos zu Hantaviren im Internet unter www.rki.de

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