Ärzte Zeitung, 28.09.2007

Screening auf Infektionen mit Chlamydien kann starten

Jährlicher Chlamydien-Test für Frauen bis 25 Jahre

ROSTOCK (hub). Um eine epidemische Ausbreitung von Chlamydien zu verhindern, sollen Frauen bis 25 Jahre jährlich auf die Erreger untersucht werden. Eine entsprechende Empfehlung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ausgesprochen.

In der Mädchen-Sprechstunde dieses Kollegen geht es auch um Chlamydien-Infektionen. Foto: LÄK Rheinland-Pfalz

Jedes zehnte Mädchen im Alter von 17Jahren ist mit Chlamydia trachomatis infiziert. Das geht aus einer Interventionsstudie der Charité Berlin hervor. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten (DSTDG) wird die Infektion bei bis zu jeder vierten Frau zur Unfruchtbarkeit führen, oft sogar ohne jemals vorher Symptome verursacht zu haben. Schon jetzt sind bundesweit 100 000 Frauen betroffen, so die DSTDG.

Für Frauen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr gibt es jetzt einen Anspruch auf einen jährlichen Test auf Chlamydien. Nach Feststellung des G-BA ist der Nutzen des Screenings durch Studien belegt. Um Folgeschäden zu verhindern, muss im frühen Stadium der Infektion behandelt werden. Da die Krankheit meist symptomfrei verläuft, wird sie häufig erst diagnostiziert, wenn schon Langzeitschäden wie Unfruchtbarkeit oder chronische Entzündungen erfolgt sind. Mithilfe des Chlamydien-Screenings kann eine Infektion mit den Bakterien zu einem frühen Zeitpunkt erkannt werden.

"Mädchen zwischen 15 und 21 Jahren sind die Hauptrisikogruppe", sagte der DSTDG-Vorsitzende Professor Gerd Gross.

Die Charité-Studie hat auch ergeben, dass über 80 Prozent der Schülerinnen noch nie etwas von den Bakterien gehört haben. Aufklärung in Schulen und Arztpraxen sei daher wichtig und müsse das Screening-Programm begleiten.

Mehr Infos unter www.rki.de - Infektionskrankheiten von A-Z, dann C und Chlamydiose

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »