Ärzte Zeitung, 02.11.2007

KOMMENTAR

Die Kappe darf nicht auf die Kanüle

Von Michael Hubert

Die Kappe einer Kanüle muss in den Hausmüll. Sie darf nicht auf die gebrauchte Kanüle gesteckt werden. Was so simpel scheint, ist offenbar doch schwierig. Das belegt erneut eine Studie aus Hannover: Häufigste Ursache von Nadelstichverletzungen ist das Aufstecken der Kappe auf die Kanüle nach Gebrauch.

Warum bloß? Damit sich andere nicht verletzen? Das ist gut gemeint, aber falsch! Denn die Kanüle landet sowieso im Spezialbehälter, da kann sich keiner mehr daran verletzen. Ob ohne oder mit Kappe. Das sollten Kollegen ihren Mitarbeitern immer wieder eintrichtern: Kappe nach dem Abziehen direkt in den Hausmüll werfen.

Denn dann kann sie gar nicht mehr aufgesteckt werden. Und die Menge an Sondermüll wird reduziert. Vielleicht bevorzugen die Mitarbeiter auch eher die uralte Schulmethode? "Schreiben Sie 100-mal an die Tafel: Die Kappe darf nicht auf die Kanüle ..."

Lesen Sie dazu auch:
Risiko durch Stichverletzungen überschätzt

Topics
Schlagworte
Infektionen (14263)
Personen
Michael Hubert (291)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »