Dienstag, 2. September 2014
Ärzte Zeitung, 08.05.2008

Dengue-Fieber gefährdet auch Reisende

Heftige Regenfälle Anfang des Jahres fördern die Ausbreitung in Südamerika / 120 000 Erkrankte in Brasilien

DÜSSELDORF (ug/mut). Dengue-Fieber breitet sich in Asien und Südamerika, etwa in Rio de Janeiro, derzeit stark aus. In Thailand, wo in diesem Monat die Regenzeit und damit die Dengue-Saison beginnt, liegen die Erkrankungszahlen jetzt schon fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Damit steigt auch die Gefahr, dass Reisende sich infizieren.

 Dengue-Fieber gefährdet auch Reisende

Der Tigermosquito gehört zu den Überträgern von Dengue-Fieber. Die Mücke sticht tags und nachts.

Foto: dpa

Wer nach Asien und Südamerika reist, sollte sich gut vor den tag- und nachtaktiven Überträgermücken schützen - das ist die einzig mögliche Prophylaxe. Auch nach Deutschland wird die Virusinfektion immer häufiger importiert. 2007 wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 262 Dengue-Erkrankungen gemeldet, im Jahr 2006 waren es nur 175 Patienten. Meist handelt es sich um Rückkehrer aus Asien oder von Inseln im Indischen Ozean.

Erkrankungen kommen auch außerhalb der Regenzeit vor

In diesem Jahr ist das Infektionsrisiko für Reisende besonders hoch. So ist in Südostasien die Zahl der Dengue-Erkrankungen schon seit Anfang dieses Jahres stark gestiegen. In Thailand wurden bis Ende April knapp 11 000 Erkrankungen gemeldet, etwa halb so viele sind es im benachbarten Malaysia. Örtliche Ausbrüche werden auch aus der philippinischen Hauptstadt Manila gemeldet.

Ärzte sollten deshalb Touristen empfehlen, sich immer - auch außerhalb der eigentlichen Dengue-Saison in der Regenzeit - vor den Mücken zu schützen.

In vollem Gange ist derzeit die Dengue-Saison in Südamerika. In vielen Ländern gab es Anfang des Jahres heftige Regenfälle. Das begünstigt die Ausbreitung der Aedes-Mücken, die das Virus übertragen. So wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Rio de Janeiro und Umgebung bis Anfang April bereits knapp 60 000 Erkrankte registriert.

Knapp 70 starben, bei weiteren 60 wird Dengue als Todesursache vermutet. Täglich werden bis zu 2000 Neuerkrankungen gemeldet. In ganz Brasilien sind bis Anfang April 120 000 Menschen an Dengue erkrankt. Im Kampf gegen die Dengue-Fieber-Epidemie in Brasilien sollen jetzt auch mehr als 1200 Soldaten helfen und Insektizide in stark betroffenen Wohngebieten versprühen. Auch in Venezuela, Peru und Mexiko breitet sich das Virus aus. In diesen Ländern sind bislang jeweils einige tausend Menschen erkrankt.

Dengue-Schock-Syndrom bei Zweitinfektion möglich

Dengue-Patienten haben meist Fieber und grippeähnliche Symptome. Gefürchtet ist das Dengue-hämorrhagische Fieber oder ein Dengue-Schock-Syndrom - dazu kommt es vor allem bei einer Zweitinfektion mit einem anderen Virus-Subtyp.

STICHWORT

Dengue-Fieber

Erreger: Flaviviren (vier Serotypen)

Verbreitung: Tropen und Subtropen

Übertragung: tag- und nachtaktive Stechmücken (meist aus der Gattung Aedes)

Inkubationszeit: zwei bis zehn Tage

Symptome: Fieber, Gliederschmerzen; sehr selten Hämorrhagien oder Schock-Syndrom.

Diagnose: Immundiagnostik

Therapie: symptomatisch, kein ASS

Prophylaxe: Schutz vor Stechmücken tags und nachts, eine Impfung gibt es nicht.

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