Ärzte Zeitung online, 23.06.2008

Robert Koch-Institut: Infektionen mit Q-Fieber nehmen zu

BERLIN (dpa). Das über Schafe oder Zeckenkot übertragene Q-Fieber tritt in Deutschland wesentlich häufiger auf als früher. Nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts haben sich die Zahlen der gemeldeten Fälle in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt.

Von Januar bis Mai 2008 sei mit 170 Fällen nun die höchste Q-Fieber- Aktivität seit 2003 zu verzeichnen, teilte das RKI am Montag in seinem Bulletin mit. Q-Fieber kann grippeähnliche Symptome auslösen, in schweren Fälle auch Lungenentzündungen. Infizierte Schwangere haben ein Fehl- und Frühgeburtsrisiko.

Die meisten Infektionen gibt es laut RKI in Bayern, Baden- Württemberg und Hessen. Doch auch von der Ostseeküste, aus Niedersachsen oder aus Berlin wurden Erkrankte gemeldet. Waren vor fünf Jahren erst 16 Stadt- und Landkreise betroffen, sind es nun 34.

Der Name Q-Fieber ist vom australischen Queensland abgeleitet. Die Infektion ist auch unter dem Begriff "Balkan-Grippe" bekannt. Das Fieber wird von einem Bakterium (Coxiella burnetii) ausgelöst, das von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. In Deutschland sind vor allem Schafe und Zecken Träger des Erregers.

Er kann sich, beispielsweise über den Kot der Auwaldzecke, auch im Heu oder im Staub festsetzen. Das Einatmen aufgewirbelter Flocken reicht für eine Infektion aus. Gefährdet sind auch Menschen, die engen Kontakt zu Schafen haben. Infektionen bei Nutztieren sollten deshalb rechtzeitig erkannt werden.

Internetseite des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »