Ärzte Zeitung online, 09.09.2008

BSE: Eiweiß im Urin lebender Rinder gibt Hinweis auf BSE-Krankheit

LONDON/WINNIPEG (dpa). Der Rinderwahnsinn BSE und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit können möglicherweise bald per Urintest nachgewiesen werden. Ein internationales Forscherteam, darunter Martin Groschup vom Friedrich-Loeffler-Institut auf Riems, entdeckte im Urin von gesunden und kranken Rindern unterschiedliche Eiweiße.

Das Eiweißprofil kann eine BSE-Infektion und sogar den Zeitpunkt der Ansteckung anzeigen, so die Forscher (Proteome Science online).

Es sei zu hoffen, dass die Erkenntnisse aus der Studie zu einem Test an lebenden Rindern führen werden, so Hauptautor David Knox von Kanadas staatlichem Mikrobiologie-Labor in Winnipeg. Es könnte auch möglich werden, einen Test für die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit des Menschen zu entwickeln, der Ärzten helfe, die Krankheit zu erkennen und von anderen Demenzen zu unterscheiden.

Mit Gel-Elektrophorese und Massenspektroskopie zur Diagnose BSE

Das Team hatte die Proteine des Urins von vier BSE-kranken und vier gesunden Rindern mithilfe der sogenannten Gel-Elektrophorese und Massenspektrometrie getrennt und identifiziert. Anhand eines einzelnen Proteins konnten die Forscher mit 100-prozentiger Genauigkeit sagen, ob das Tier erkrankt war oder nicht. mithilfe weiterer Proteine konnten sie mit 85-prozentiger Genauigkeit den Infektionszeitpunkt nennen.

BSE wurde erstmals 1985 in Großbritannien beschrieben. Die damit in Zusammenhang gebrachte neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei Menschen wurde 1996 bekannt.

Abstract der Studie "The identification of disease-induced biomarkers in the urine of BSE infected cattle" in Proteome Science

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »