Ärzte Zeitung online, 10.10.2008

Nach Vogelgrippefund in Sachsen 1400 Gänse und Enten getötet

MARKERSDORF/GÖRLITZ (dpa). Nach dem ersten Vogelgrippefund seit Monaten in Deutschland ist in der Nacht zu Freitag der gesamte Bestand des betroffenen Geflügelhofs in Sachsen getötet worden. Auf dem Hof in Markersdorf bei Görlitz seien rund 1400 Gänse und Enten gehalten worden, teilte das Landratsamt Görlitz mit.

Im Umkreis von drei Kilometern wurde nach Polizeiangaben ein Sperrbezirk eingerichtet. Zudem gebe es einen Beobachtungskreis im Radius von zehn Kilometern.

In dem Bestand in Markersdorf war bei Routine-Untersuchungen eine mit dem Virus H5N1 infizierte Ente entdeckt worden (wir berichteten). "Es gab keine Auffälligkeiten bei dem Tier", betonte der Sprecher des Dresdener Sozialministeriums, Ralph Schreiber. Bei der Tötung seien Proben von weiterem Geflügel genommen worden, die nun untersucht würden. Sollten keine weiteren H5N1-infinzierten Tiere entdeckt werden, könnten die Sperrzone nach 21 Tagen und der Beobachtungskreis nach 15 Tagen aufgehoben werden.

Der Fund von Markersdorf ist der erste Vogelgrippefall in Deutschland in diesem Jahr. Zuletzt war die Tierseuche im Dezember 2007 bei Geflügel in Brandenburg entdeckt worden (wir berichteten). Das Virus H5N1 befällt vor allem Hühnervögel und Puten, aber auch Wassergeflügel wie Enten und Gänse. Bei Geflügelhaltern kann es zu hohen wirtschaftlichen Verlusten führen. Auch Menschen können sich bei mangelnder Hygiene an infizierten Tieren anstecken.

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