Ärzte Zeitung online, 28.11.2008

Zweiter Lepra-Erreger entdeckt

NEW YORK (dpa). Gut 150 Jahre nach der Entdeckung der Lepra-Krankheit haben US-Forscher einen zweiten Erreger identifiziert. Er kommt vor allem in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik vor. Bisher war nur der Erreger Mycobacterium leprae bekannt. Den Forschern der Colorado State University und des M.D. Anderson Cancer Center in Texas gelang es, das neue Mycobacterium lepromatosis im Gewebe von zwei Lepra-Toten auszumachen.

Es unterscheide sich vom ersten Lepra-Erreger durch DNA-Bausteine im Gen 16S rRNA, teilte die Staatliche Universität Colorados in Fort Collins am Mittwochabend mit. Das nun entdeckte Bakterium ruft eine Form von Lepra mit der Bezeichnung "Diffuse Lepromatous Leprosy" oder DLL hervor, erläutert das Team auch in der Dezember-Ausgabe des "American Journal of Clinical Pathology".

An Lepra erkranken auch heute noch jährlich hunderttausende Menschen vor allem in Entwicklungsländern. Die USA verzeichnen etwa 100 bis 200 neue Fälle pro Jahr, zumeist bei Einwanderern. Im frühen und mittleren Stadium kann das äußerlich entstellende Leiden mit Antibiotika geheilt werden. Der neue Erreger dürfte endlich auch erklären, warum die Krankheit so verschieden verlaufen kann, hieß es weiter. Mediziner hatten die Unterschiede bisher mit dem Immunsystem der Patienten begründet.

Zum Artikel "A New Mycobacterium Species Causing Diffuse Lepromatous Leprosy"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »