Ärzte Zeitung online, 02.01.2009

Weit über 1600 Tote bei Cholera-Epidemie in Simbabwe

JOHANNESBURG (dpa). Die Cholera im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe greift immer schneller um sich. Nach neuesten UN-Zahlen sind bisher mehr als 1600 Menschen daran gestorben und 30 000 erkrankt.

Das berichtete der Internationale Verband der Rotkreuz-Gesellschaften (IFRC). In Johannesburg (Südafrika) erklärte der für die Nothilfe zuständige IFRC-Experte Dr. Tammam Aloudat: "Weitaus alarmierender ist die Tatsache, dass 43 Prozent der Menschen sterben, bevor sie überhaupt ein Behandlungszentrum erreichen." Auch in den Nachbarländern wächst die Zahl der Cholera-Infizierten.

In Mosambik, wo mit Beginn der Regenzeit die Pegelstände der Flüsse wieder bedrohlich steigen, wurden allein aus der an Simbabwe grenzenden Manica-Provinz vier Todesfälle durch die Cholera bekannt. Der IFRC hat zur Finanzierung des simbabwischen Roten Kreuzes einen Hilfsbeitrag in Höhe von 10,2 Millionen Schweizer Franken beantragt (6,6 Mio. Euro) und sieben mobile Nothilfe-Einheiten aus Europa und Japan nach Simbabwe geschickt.

Dazu gehört auch eine Einheit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das dazu erklärt: "Während Japaner am Sambesi, Norweger in den Midlands und Finnen und Briten im Osten in Mutare gegen die Cholera im Einsatz sind, arbeitet das deutsch-österreichische Team an der Wasserversorgung in der Stadt Gweru, dreieinhalb Stunden südlich (der Hauptstadt) Harare. Es geht um die Reinigung von verschmutztem Wasser und die Hygieneaufklärung."

Der einstige afrikanische Modellstaat Simbabwe leidet unter der schlimmsten wirtschaftlichen und politischen Krise seiner Geschichte. Angesichts der Hyperinflation von offiziell mindestens 231 Millionen Prozent dürfen Telekommunikations-Kunden nach Angaben der staatlich kontrollierten Zeitung "The Herald" ihre Rechnungen künftig nur noch in Devisen zahlen.

Ein Verbraucherrat riet den Simbabwern in der Zeitung, angesichts des chronischen Mangels Gruppen zu bilden und zum Großeinkauf ins benachbarte Südafrika zu fahren. Überlagert wird die Krise von einem politischen Tauziehen des um seine Macht kämpfenden autokratischen Präsidenten Robert Mugabe mit seinem Herausforderer Morgan Tsvangirai.

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