Ärzte Zeitung, 28.01.2009

Gegen die Norovirus-Epidemie hilft nur penible Hygiene

Gastroenteritis-Ausbrüche häufen sich in Altenheimen, Kliniken und Kinderhorten

BERLIN (eis). Deutschland wird zurzeit von einer Winterepidemie mit Brechdurchfällen durch Noroviren heimgesucht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) appelliert an Ärzte, bei Hinweisen auf Ausbrüche etwa in Altenheimen oder Kinderhorten unverzüglich Maßnahmen zur Verhütung weiterer Infekte einzuleiten.

Die korrekte Händehygiene mit einem viruzid wirksamen Desinfektionsmittel ist ein wichtiger Schutz für Besucher von Norovirus-Infizierten.

Foto: Photodisc

Die jetzt dritte Norovirus-Winterepidemie in Folge hatte sich Ende 2008 abgezeichnet (Epi Bull 4, 2009, 26). So wurden zwischen der 40. und 51. Woche bundesweit 42 716 Erkrankungen gemeldet. Das sind in dieser Zeit zwar weniger als im Rekordjahr 2007 (74 661 Erkrankungen), aber mehr als Ende 2006 (26 601 Erkrankungen). Ausbrüche gab es vor allem in Kliniken (34 Prozent), in Altenheimen (30 Prozent) und Kindertagesstätten (24 Prozent). Das RKI vermutet, dass die zurzeit hohen Krankheitszahlen erst Mitte Februar wieder kontinuierlich abnehmen werden.

Die Infektion führt nach einer Inkubationszeit von etwa 24 Stunden zu Gastroenteritis mit starker Übelkeit, plötzlichem Erbrechen, abdominellen Krämpfen und Diarrhöe. Zum Virusnachweis sind Stuhlproben nötig. Beim ersten Hinweis auf Norovirus-Infektionen sollten - ohne mikrobiologische Ergebnisse abzuwarten - Maßnahmen zur Verhütung weiterer Infektionen eingeleitet werden, so das RKI. Da die Viren über Erbrochenes und Stuhl ausgeschieden werden, sind zur Prävention vor allem Hygienemaßnahmen indiziert. Patienten sollten isoliert werden (mit eigenem WC) und in der Händedesinfektion mit einem viruswirksamen Antiseptikum unterwiesen werden (auch der Besuch!).

Bei der Pflege und Betreuung der Patienten sind Einweghandschuhe und Schutzkittel zu tragen. Alle Oberflächen inklusive Türgriffe, mit denen Patienten in Berührung kommen, sollten mit einem Desinfektionsmittel täglich gereinigt werden. Erbrochenes und kontaminierte Sachen sind sofort, nach Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes, desinfizierend zu beseitigen. Bett- und Leibwäsche müssen in einem geschlossenen Sack transportiert und bei über 60 Grad gewaschen werden.

Ärztemerkblatt Noroviren: www.rki.de unter "Infektionskrankheiten A-Z"

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