Ärzte Zeitung online, 19.02.2009

Heimtier-Ratten können Kuhpocken übertragen

BONN (dpa). Halter von neu gekauften Heimtier-Ratten laufen Gefahr, sich mit Kuhpocken anzustecken. Darauf wies die Bundestierärztekammer (BTK) am Mittwoch in Bonn hin.

Vor allem Nordrhein-Westfalen sei mit bisher 15 infizierten Menschen betroffen. Daneben seien aus Bayern sechs Fälle gemeldet worden. Auch in Frankreich hatten sich vor wenigen Tagen mehrere Menschen mit Kuhpocken infiziert. Besonders gefährdet seien Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen die kleinen Nager als Schmusetiere besonders beliebt seien.

Die infizierten Ratten zeigten unscheinbare bis deutliche Hautveränderungen. Besonders an den Vorderfüßen seien krustige Stellen oder kleine rote Herde zu erkennen. Bei deutlich erkrankten Ratten träten Atembeschwerden, Nasenausfluss und Bindehautentzündung auf. Bei Nagetieren sei die Krankheit meldepflichtig.

Bei Menschen verläuft eine Ansteckung meist als unkomplizierte Hautinfektion an Händen, Armen und im Gesicht. Fieber, Abgeschlagenheit und gelegentlich Gliederschmerzen sind oft Begleitsymptome. Durch Reiben der Augen kann es auch zu einer schweren Bindehautentzündung kommen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte bereits vor einigen Tagen Zoohandlungen aufgerufen, Käufer über Infektionsrisiken aufzuklären (wir berichteten). Kuhpockenviren gehörten zu den Orthopox-Viren, gegen die eine Pockenimpfung helfe. Meist heile die Krankheit von selbst, jedoch könne sie bei besonders anfälligen Menschen mit Immundefekten auch tödlich verlaufen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei unwahrscheinlich.

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