Ärzte Zeitung online, 09.04.2009

Seit 20 Jahren erstmals weniger Malaria-Tote in Mosambik

MAPUTO (dpa). Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist in Mosambik die Zahl der Todesfälle durch Malaria gesunken. Damit kann das Land im südlichen Afrika die ersten großen Erfolge im Kampf gegen die Krankheit verbuchen, die dort jedes Jahr mehr Menschen tötet als die Immunschwäche Aids.

Bis zu 40 Prozent aller Todesfälle waren bisher auf Malaria zurückzuführen. Mosambik gehört aufgrund seiner großen Zahl an Feucht- und Flussgebieten zu den am schwersten betroffenen Regionen Afrikas. Malaria wird hauptsächlich über Stechmücken übertragen.

Wie ein Regierungssprecher verkündete, gab es im vergangenen Jahr etwa 2900 Malaria-Tote. 2007 waren es noch 4000. Auch die Zahl der Malariainfektionen ging nach Angaben der Gesundheitsbehörden um 1,5 Millionen zurück. Grund dafür seien einerseits eine effektivere Prävention wie imprägnierte Moskitonetze. Andrerseits hätten die Diagnose- und Behandlungsmethoden verbessert werden können. Während ein Patient früher mehrere Stunden auf das Ergebnis seines Malariatests warten musste, dauere dies heute nur noch Minuten. Außerdem habe die Einführung von Arzneimitteln aus China geholfen, die Krankheit einzudämmen.

Mosambik ist gemeinsam mit anderen Forschungszentren an einem globalen Programm zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Tropenkrankheit beteiligt. Der mögliche Impfstoff, dessen Tests noch nicht abgeschlossen sind, soll vor allem Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren und Schwangere vor Malaria schützen. Beide Gruppen sind am häufigsten von einer Infektion betroffen.

Die bisherigen Tests ergaben, dass der untersuchte Impfstoff die Gefahr einer Malariainfektion bei Kindern halbieren könnte, sagte Eusebio Machete, Direktor des Malaria Forschungszentrums in Mosambik. Weltweit infizieren sich jährlich 300 bis 500 Millionen Menschen mit dem Malariaerreger. Mehr als eine Million Erkrankte sterben jährlich weltweit, die meisten davon in Afrika.

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