Ärzte Zeitung, 20.04.2009

In Brasilien ist Gelbfieberschutz ratsam

In Brasilien gibt es zur Zeit Ausbrüche von Gelbfieber. Reisenden ist eine Prophylaxe zu empfehlen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Die Gefahr für Gelbfieber in Brasilien ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Reisende in das südamerikanische Land sollten daher mindestens zwei Wochen vor Abreise an eine Gelbfieberimpfstelle vermittelt werden, um sich über eine Impfung beraten zu lassen. Ein Übertragungsrisiko besteht in weiten Teilen Brasiliens, besonders in den küstenfernen Regionen, zum Beispiel auch im touristisch beliebten Iguazú-Nationalpark. Neue Gelbfieberausbrüche werden jetzt aus den Bundesstaaten Sao Paulo und Rio Grande do Sul gemeldet. Im Bundesstaat Sao Paulo erkrankten dieses Jahr 18 Personen, von denen bisher 8 gestorben sind. In Rio Grande do Sul gab es zum ersten Mal seit 42 Jahren wieder 6 Todesfälle durch Gelbfieber.

Wichtig sind Maßnahmen gegen die Überträgermücken: körperbedeckende Kleidung, Repellents und Moskitonetz über der Schlafstätte. Repellents mit Diethylmethylbenzamid/-toluamid (DEET) sind besonders zu empfehlen, und zwar für Reisen nach Brasilien mit einer Wirkstoffkonzentration von mindestens 30 Prozent.

In Brasilien und anderen südamerikanischen Ländern wird von Einreisenden der Nachweis der Gelbfieber-Impfung verlangt, wenn sie sich innerhalb der letzten sechs Tage in einem Land mit Gelbfieber-Erkrankungen aufgehalten haben. Bei der medizinischen Beratung zu Rundreisen in Südamerika ist dies unbedingt zu berücksichtigen. Die Gelbfieberimpfung wird allgemein gut vertragen. Nach Studiendaten haben aber Personen über 60 Jahre vermutlich ein leicht erhöhtes Risiko für schwere Nebenwirkungen - insbesondere dann, wenn sie zuvor noch nie gegen Gelbfieber geimpft wurden.

Medizinische Infos zu Brasilien und Liste von Gelbfieberimpfstellen: www.crm.de

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