Ärzte Zeitung, 08.06.2009

Fuchsbandwurm breitet sich weiter aus

ZÜRICH(mut). Forscher warnen vor einer vermehrten Ausbreitung des Fuchsbandwurms in Zentraleuropa. Grund sei ein Anstieg der Fuchspopulationen. Sowohl in der Schweiz, als auch in Deutschland seien als Folge auch vermehrt Echinokokkosen bei Menschen zu beobachten.

In der Schweiz würde bei Menschen inzwischen zweieinhalbmal so häufig eine alveolare Echinokokkose diagnostiziert wie noch im Jahr 2000, berichtet der Parasitologe Dr. Peter Deplazes von der Universität Zürich in "Spiegel online". Die Erkrankung treffe pro Jahr etwa drei von einer Million Schweizern.

Auch in Deutschland sei die Erkrankungsrate angestiegen, die Inzidenz ist allerdings mit einer jährlichen Neuerkrankung pro eine Million Einwohner äußerst niedrig. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin sind seit Einführung der Meldepflicht in Deutschland im Jahr 2001 nur 170 Erkrankungen mit dem Fuchsbandwurm-Erreger Echinococcus multilocularis registriert worden. Die Übertragungswege auf den Menschen sind noch weitgehend unklar.

Patienten mit der früher meist tödlich verlaufenden Krankheit können inzwischen oft gut chirurgisch oder medikamentös behandelt werden. Erfolg versprechend seien auch Feldversuche mit Entwurmungsködern, die den Wirkstoff Praziquantel enthalten, so Deplazes. In den Versuchsregionen ließ sich der Parasitenbefall bei Füchsen damit von 35 auf ein Prozent senken.

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