Ärzte Zeitung, 30.06.2009

Wurmlarven trüben Badespaß

Bei Wassertemperaturen über 20 Grad steigt die Gefahr einer Badedermatitis

NEU-ISENBURG (ug). Badedermatitis tritt meist im Frühsommer auf, wenn Zerkarien in stehenden Gewässern ausschwärmen. Bei sensibilisierten Menschen können die Tiere quälenden Juckreiz auslösen.

Menschen sind eigentlich Fehlwirte für die Zerkarien genannten Saugwurmlarven, die richtigen Endwirte sind Wasservögel, vor allem Enten. Bohren sich die Parasiten in die menschliche Haut, sterben sie dort. Bei Erstbefall kommt es nur zu kleinen Quaddeln und leichtem Jucken. Doch bei wiederholter Infektion tritt bei sensibilisierten Menschen die Bade- oder Zerkariendermatitis auf, deren Hauptsymptom ein quälender Juckreiz ist. Indiziert sind dann Juckreiz-stillende Gele oder Lotionen, Lokalsteroide und systemische Antihistaminika.

Wichtig ist, diesen Patienten bestimmte Verhaltensregeln ans Herz zu legen. In Mitteleuropa kann es Zerkarien in Seen, Gartenteichen, Schwimmbecken und auch Aquarien geben. Sie schwärmen ab Wassertemperaturen über 20 Grad. Dann sollte man beim Baden die Uferzonen meiden. Denn hier sind Wasserschnecken, die als Zwischenwirt für die Parasiten dienen. Wenn möglich, sollte vom Steg aus gebadet werden. Nach dem Schwimmen sollte die nasse Badekleidung schnell abgelegt, der Körper rasch geduscht und kräftig abgerieben werden. Das kann immerhin die Zahl der eindringenden Zerkarien verringern.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Zerkarien bohren sich beim Baden in die Haut

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