Ärzte Zeitung, 28.09.2009

Was tun bei Fieber nach Reiserückkehr?

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Auch in Zeiten der H1N1-Pandemie werden andere Infektionen von der Auslandsreise mitgebracht.

In den letzten Wochen brachten viele Reiserückkehrer ein unangenehmes Souvenir mit in die Heimat zurück: Fieber. Aktuell ist zwar das H1N1-Virus ein Hauptverursacher von fieberhaften Erkrankungen nach der Reise, aber besonders nach einem Tropenaufenthalt kommen einige weitere Krankheitserreger hierfür infrage. Außer grippalen Infekten und Harnwegsinfekten gehören die Malaria, das Dengue-Fieber, Typhus, Para- typhus oder Amöben-Leberabszesse zu den häufigeren, nach Deutschland importierten Erkrankungen.

Diagnostisch steht die sorgfältige Erhebung der Reiseanamnese mit Reiseroute, Aufenthaltsdauer, Reisestil, Art der Malariaprophylaxe und vorangegangenen Impfungen an erster Stelle. Die Kenntnis der Inkubationszeiten verschiedener Krankheiten sowie durch eine klinische Untersuchung festgestellte Begleitsymptome wie Exantheme oder Splenomegalie, können den Initialverdacht weiter eingrenzen.

Eine Malaria-Diagnostik mit Blutausstrich und "Dickem Tropfen" sollte unabhängig vom Fieberverlauf schnellstmöglich vorgenommen werden bei jedem Patienten mit Fieber nach Aufenthalt in einem Endemiegebiet von sechs Tagen bis zu einem Jahr vor Erkrankungsbeginn, zusätzlich bei alle zwei oder drei Tage rezidivierendem Fieber sowie bei unklarem Fieber bis zu mehreren Jahren nach Aufenthalt in einem Malariagebiet.

Weitere Laboruntersuchungen umfassen ein Differenzial-Blutbild mit Thrombozyten, Leber- und Nierenwerten, Blut-Glukose-Wert, Urin-Status, Blut-, Stuhl- und Urinkulturen. Als apparative Untersuchungen kommen ein Röntgen-Thorax, EKG, Sonografie und gegebenenfalls weitere spezielle Untersuchungen hinzu.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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