Ärzte Zeitung online, 29.01.2010
Erster Erfolg mit Impfstoff gegen das Chikungunya-Virus
BETHESDA (mut). Forschern ist im Tierversuch ein erster Erfolg
gegen das sich immer mehr ausbreitende Chikungunya-Virus gelungen: Sie
konnten Rhesus-Affe mit einer experimentellen Vakzine komplett
immunisieren.
Mitarbeiter der US-Behörde "National Institute of Allergy and
Infectious Diseases (NIAID)" impften die Affen mit einer Vakzine, die
aus nicht-infektiösen Virus-ähnlichen Partikeln (virus-like
particles, VLP) bestand. Nach 15 Wochen infizierten sie die Tiere mit
Chikungunya-Viren. Alle immunisierten Tiere blieben gesund.
Anschließend gewannen sie Serum aus den Affen und injizierten
dieses immundefizienten Mäusen, um ihnen
anschließend eine letale Dosis Chikungunya-Viren zu
verabreichen. Die Mäuse überlebten dank des Serums. Nun soll
die Vakzine auch in klinischen Studien geprüft werden, berichten
die Forscher in "Nature Medicine" online.
Chikungunya-Fieber tritt bislang vorwiegend in Afrika und Asien auf
und wird durch Stechmücken übertragen. Einzelne
Ausbrüche wurden aber inzwischen auch in Südeuropa beobachtet.
Infizierte bekommen nach einer Inkubationszeit von fünf bis
zehn Tagen plötzlich starke Muskel- und Gelenkschmerzen.
Außerdem tritt hohes, gelegentlich auch hämorrhagisches
Fieber auf. Selten kann es auch zu Meningitis und Enzephalitis kommen.
Das Krankheitsbild ähnelt somit dem Dengue-Fieber, wobei schwere
Verläufe mit Meningitis und Hämorrhagien viel seltener sind.

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