Ärzte Zeitung online, 17.02.2010
Forscher entschlüsseln Duftrezeptoren von Malariamücken
NEW HAVEN (mn). US-amerikanische Wissenschaftler haben im Laborversuch Duftrezeptoren der Anopheles-Mücke entschlüsselt. Einige untersuchte Rezeptoren reagierten stark auf Duftstoffe aus dem menschlichen Schweiß. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, spezifische Repellenzien gegen die Überträger des Malaria-Erregers zu entwickeln.
Die Entschlüsselung der Duftrezeptoren gelang den Forschern von der Yale Universität mithilfe von Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), in die sie die Rezeptoren eingepflanzt hatten. Darin exprimierten sie 72 Duftrezeptoren aus dem Rüssel der Mücke Anopheles gambiae. Das entspricht etwa 80 Prozent der Duftrezeptoren, über die der Moskito verfügt. An den Rezeptoren testeten sie 110 verschiedene Duftstoffe (Nature, online vorab, Februar 2010).
Die meisten der untersuchten Rezeptoren waren universal, das heißt sie reagierten auf eine Vielzahl von Düften. 27 Rezeptoren reagierten stark auf Duftstoffe, die im menschlichen Schweiß vorkommen.
Die Forscher suchen jetzt nach Verbindungen, die mit diesen Rezeptoren interagieren. So könnten etwa Agonisten an diesen Rezeptoren dazu dienen, die Moskitos in Fallen zu locken. Spezifische Antagonisten an diesen Rezeptoren dagegen kämen als Repellenzien gegen die Anopheles-Mücke infrage.
Zum Abstract der Originalpublikation "Odorant reception in the malaria mosquito Anopheles gambiae"

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