Ärzte Zeitung online, 17.02.2010

Tutanchamun starb durch Malaria

Bei Untersuchung der Mumie wurden Gene von Plasmodium falciparum gefunden

CHICAGO (hub). Eine Malaria tropica ist die wahrscheinliche Todesursache des ägyptischen Pharaos Tutanchamun etwa 1324 vor unserer Zeitrechnung. Das haben molekularbiologische Untersuchungen der Mumie ergeben, bei denen auch Gene des Malariaerregers Plasmodium falciparum gefunden wurden.

Tutanchamun starb durch Malaria

Mitglieder ihrer Familie brachten wohl dem Pharao den Tod: eine Malaria-übertragenden Stechmücke. © Alexandr Loskutov / fotolia.com

Um den Tod des bereits mit 19 Jahren gestorbenen Tutanchamuns ranken sich viele Legenden. Getötet durch Schlag auf den Hinterkopf, ermordet mit Gift - sind zwei der Hypothesen für einen gewaltsamen Tod. Fehlbildungen durch Gynäkomastie -  ausgeprägte Brustbildung bei Männern infolge einer hormonellen Störung -, Marfan-Syndrom oder eine Embolie infolge eines Knochenbruchs sind einige Hypothesen für einen eher natürlichen Tod.

Jetzt hat ein Forscherteam der Universität Kairo eine andere mögliche Ursache publiziert: Malaria. Dazu hatten die Forscher insgesamt elf Mumien untersucht - von Tutanchamun und Familienangehörigen. Zwar fanden sie eine Häufung von Fehlbildungen in der Familie Tutanchamuns. Für sich genommen, könnte keine die alleinige Todesursache sein, schreiben die Forscher in der aktuellen JAMA-Ausgabe. Bei der molekularbiologischen Untersuchung von vier Mumien - darunter jene Tutanchamuns - wurden auch drei Gene vervielfältigt, die spezifisch für den Malariaerreger Plasmodium falciparum sind.

Weitere Untersuchungen weisen zudem auf eine Knochennekrose durch verminderte Durchblutung hin. In Verbindung mit einer Malaria sei dies die wahrscheinlichste Todesursache, so die Forscher. Auf eine Gehbehinderung des Ägypterkönigs weise zudem ein dem Grab beigelegter Krückstock hin, auf eine Malaria die beigefügten Medikamente. Die Forscher weiter: Ein Beinbruch - infolge eines Sturzes - könne lebensbedrohlich geworden sein, als die Malariainfektion hinzukam.

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