Ärzte Zeitung online, 19.02.2010

Arbeitsteilung: Nicht jede Abwehrzelle erkennt jedes Grippevirus

MARTINSRIED (eb). Bisher nahmen Wissenschaftler an, dass jede dendritische Zelle Viren erkennen kann. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass nur bestimmte Mitglieder der dendritischen Zellfamilie die dafür notwendige Proteinausstattung besitzen.

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Nicht alle dendritischen Zellen können Viren erkennen. Da ihr die nötigen Proteine fehlen, zeigt eine Zelle (grün) keine Reaktion. © Christian A. Luber / Copyright: MPI für Biochemie

Wissenschaftler um Professor Matthias Mann vom Max Planck Institut für Biochemie in Martinsried in Zusammenarbeit mit der Bavarian Nordic GmbH infizierten dendritischen Zellen mit verschiedenen Viren, darunter auch Grippeviren. Die Forscher stellten fest, dass ein bestimmtes Familienmitglied der dendritischen Zellen keine Reaktion zeigt. Ihm fehlen die notwendigen Proteine, um die Viren erkennen zu können (Immunity 2010, online vorab).

"Es ist schon seit längerem bekannt, dass dendritische Zellen so etwas wie Arbeitsteilung kennen. Dass dies auch für etwas so Fundamentales wie die Erkennung von Grippeviren gilt, hat uns sehr erstaunt", so Mitarbeiter Christian A. Luber. "Unsere Ergebnisse könnten helfen, die komplexen Mechanismen des Immunsystems noch besser zu verstehen."

Dendritische Zellen sitzen im Gewebe wie der Haut und warten auf Eindringlinge. Treffen sie auf einen solchen, nehmen sie alle Informationen über den Fremdling auf. Anschließend wandern sie zu den Lymphknoten, wo sie die Informationen anderen Abwehrzellen wie ein Fahndungsfoto präsentieren. Diese können dann mit der zielgerichteten Abwehr beginnen.

Abstract der Originalstudie: "Quantitative proteomics reveals subset-specific viral recognition in dendritic cells"

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