Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 18.03.2010

Hähnchen sind häufig mit Salmonellen und Campylobacter belastet

BERLIN (eb). Die Ergebnisse einer bundesweiten, vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) koordinierten Studie zeigen, dass bei Hähnchen zum Zeitpunkt der Schlachtung häufig Campylobacter und Salmonellen nachweisbar sind.

Hähnchen sind häufig mit Salmonellen und Campylobacter belastet

Viele Schlachthähnchen sind in der EU mit Bakterien belastet. © Udo Bojahr / fotolia.com

Die Erreger gelangen mit dem Darminhalt und auf den Federn der Tiere in den Schlachthof und können während der Schlachtung auf die Schlachtkörper verschleppt werden. Von dort gelangen sie in die Lebensmittelkette und zum Verbraucher.

Nach dem Bericht des BfR wurden in Deutschland auf 62 Prozent der 432 untersuchten Schlachttiere Campylobacter und auf 17,6 Prozent Salmonellen nachgewiesen. Bei 48,6 Prozent der Schlachtgruppen konnten Campylobacter im Darminhalt der Tiere nachgewiesen werden. Die Studie ist Teil einer Untersuchung, die 2008 in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) durchgeführt wurde.

"Für lebensmittelbedingte Campylobacterinfektionen ist Hähnchenfleisch die bedeutendste Quelle", sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel, "und auch Infektionen mit Salmonellen sind häufig auf Hähnchenfleisch zurückzuführen." Bei der Zubereitung von Hähnchenfleisch sollte deshalb auf eine besonders sorgfältige Küchenhygiene geachtet werden: Geflügelfleisch sollte nur durcherhitzt verzehrt werden. So inaktiviert man nicht nur Campylobacter und Salmonellen sondern auch andere mögliche Krankheitserreger.

EU-weit wurde Campylobacter bei 71,2 Prozent der Schlachtgruppen von Masthähnchen im Darm und auf 77 Prozent der Schlachttiere nachgewiesen. Die Nachweisraten in den Mitgliedsstaaten lagen zwischen zwei Prozent und 100 Prozent für den Nachweis im Darminhalt und zwischen 4,9 Prozent und 100 Prozent für den Nachweis auf den Schlachtkörpern. Die für Deutschland ermittelten Werte lagen unter dem EU-Durchschnitt.

Mit Salmonellen waren EU-weit 15,7 Prozent der Schlachttiere belastet. Die häufigsten Erreger waren Salmonella infantis und Salmonella enteritidis, allerdings spiegelt der häufige Nachweis von Salmonella infantis die sehr hohe Belastung der Tiere in einem Mitgliedsstaat wider.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des BfR

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »