Ärzte Zeitung online, 03.05.2010

Sindbis-Viren in Deutschland nachgewiesen

Sindbis-Viren in Deutschland nachgewiesen

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Sindbis-Viren. © C. Schmetz / BNI

HAMBURG (dpa/eb). Das Sindbis-Virus, das fieberhafte Erkrankungen mit rheumatischen Beschwerden verursacht, ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Forscher des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) fanden den Erreger in Baden-Württemberg in drei verschiedenen Mückenarten.

"Normalerweise befallen Sindbis-Viren Vögel", teilte der BNI-Virologe Dr. Jonas Schmidt-Chanasit am Montag mit. Beim Menschen können die Viren fiebrige Erkrankungen auslösen, die Ockelbo- oder Pogosta-Krankheit. Sie gehen häufig mit Entzündungen der Gelenke einher und ähneln daher rheumatischen Erkrankungen.

Von Juli bis September konnten die Forscher nach eigenen Angaben rund 16 000 Mücken im Südwesten Deutschlands nachweisen. Als Überträger des Sindbis-Virus identifizierten die Forscher erstmals die Malariamücke Anopheles maculipennis. Die beiden Mückenarten Culex torrentium und Culex pipiens, die sie ebenfalls bestimmen konnten, waren hingegen bereits als Überträger des Virus in Schweden bekannt. Durch genetische Analysen konnten die Wissenschaftler außerdem eine Verwandtschaft der deutschen Viren mit ihren schwedischen Artgenossen feststellen.

Das Sindbis-Virus wurde in den 50er Jahren in Afrika entdeckt, später auch in Europa, wo es besonders in Schweden und Finnland vorkommt. Es wird durch Mücken übertragen.

Veröffentlichung im Journal of Clinical Microbiology: Isolation and Phylogenetic Analysis of Sindbis Viruses from Mosquitoes in Germany

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