Ärzte Zeitung online, 20.10.2010

MRSA: Saarland sagt Keimen den Kampf an

SAARBRÜCKEN (eb). In den Kliniken des Saarlands werden seit Anfang der Woche alle neuen Patienten auf multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA) untersucht. Mit diesem Projekt will die Landesregierung erstmalig einen Gesamtüberblick über die Verbreitung der Keime bekommen.

MRSA: Saarland sagt Keimen den Kampf an

Eingefärbte elektronenmikroskopische Aufnahme vom MRSA: Im Saarland soll nun ein "Infektionsatlas" über die Keime erstellt werden.

© Janice Haney Carr / CDC

Der saarländische Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) sagte zum Start des Projektes: "Ich freue mich sehr, dass ein so einmaliges Unterfangen hier bei uns im Saarland möglich ist." Durch das flächendeckende Screening gebe es nun die einmalige Gelegenheit, einen Überblick über die Risikofaktoren und MRSA-Lasten des Saarlandes zu erhalten.

Die Erkenntnissen aus dem Massenscreening sollen künftig in die Prävention von Nosokomialinfektionen fließen. Das Vorhaben wird nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministerium vom Saarland und dem Bund gefördert.

Die mikrobiologischen Untersuchungen werden den Angaben zufolge zentral am Uniklinikum in Homburg durchgeführt. Ein Roboter soll dort rund 30 000 Proben in einem automatisierten Verfahren verarbeiten.

Professor Mathias Herrmann, Direktor des Hygieneinstituts am Uniklinikum des Saarlands sagte: "Wir Mikrobiologen freuen uns natürlich, dass diese umfangreiche Aktion mit 30 000 zusätzlichen Untersuchungen im Labor durch den neuen Roboter ‚Wespe‘ so effizient unterstützt wird."

Das gleichzeitige und einheitliche Vorgehen aller Kliniken für die Dauer des Screenings werde für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse von großem Wert sein.

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