Ärzte Zeitung online, 30.12.2010

Gelbfieber-Ausbruch im Norden von Uganda

FRANKFURT / MAIN (mal). Aus dem Norden Ugandas wird ein Gelbfieber-Ausbruch gemeldet. Bisher sind mindestens 45 Menschen infolge der Infektion gestorben, bei knapp 200 wurde die Infektion bestätigt. Reisende werden zur Gelbfieber-Schutzimpfung aufgerufen.

Nach den ersten unklaren Erkrankungsfällen bereits im November habe die US-amerikanische CDC (Centers for Disease Control and Prevention) nach Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsminister von Uganda und der WHO jetzt den Gelbfieber-Ausbruch in Uganda bestätigt, meldet die Internationale Gesellschaft für Infektionskrankheiten (ISID) im Web. Weiterhin würden die Meldungen fast aller schweren Gelbfieber-Fälle, charakterisiert durch Fieber, Erbrechen und Blutungen hauptsächlich aus drei nördlichen Regionen von Uganda kommen, nämlich aus Abim, Agago und Kitgum. Aber auch andere Distrikte des Nordens Ugandas sind betroffen.

Geplant sind jetzt von der WHO unterstützte Massenimpfungen. Die Ankunft der Vakzine in Uganda wird im Januar erwartet. In den betroffenen Regionen sollen rund 2,5 Millionen Menschen geimpft werden. Nach Angaben von Dr. Nathan Kenya-Mugisha, Staatssekretär im Gesundheitsministerium von Uganda, ist der letzte Gelbfieber-Ausbruch in Uganda in den Jahren 1971 und 1972 dokumentiert worden.

Die Gelbfieber-Fälle betreffen offenbar bisher noch nicht typische Urlaubs-Reiseziele wie die Nationalparks. Touristen oder im Lande tätigen Ausländern wird aber dringend zur Gelbfieber-Impfung geraten. Diese sollte spätestens zehn Tage vor Ankunft in Uganda erfolgen.

Das Gelbfieber-Virus wird von verschiedenen Stechmückenarten übertragen. Nach drei bis sechs Tagen treten Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Die meisten Patienten genesen innerhalb von drei bis vier Tagen. Bei einigen tritt aber erneut Fieber auf, sie entwickeln einen Ikterus, es kommt zu Blutungen mit schwarzem Erbrechen. Etwa jeder zweite Infizierte, der einen solchen zweiten Krankheitsschub hat, stirbt innerhalb von zehn bis 14 Tagen, berichtet die WHO.

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