Ärzte Zeitung online, 13.07.2011

Südwesten: Masernepidemie unter Ungeimpften

STUTTGART (dpa/eb). Die Masern greifen im Südwesten um sich. Bis zum 11. Juli seien bislang 509 Fälle gezählt worden, teilte das Landesgesundheitsamt am Dienstag in Stuttgart mit.

Im gesamten Jahr 2010 seien nur 160 Fälle registriert worden. Für die Häufung in diesem Jahr seien vor allem Masernausbrüche an Schulen (296 Fälle) verantwortlich.

Besonders betroffen waren Schulen mit einem traditionell geringen Anteil geimpfter Kinder, etwa Waldorfschulen. Der Ortenaukreis bildet mit 213 Fällen einen Schwerpunkt, gefolgt von der Stadt Stuttgart (89), dem Landkreis Karlsruhe (32) und der Stadt Freiburg (31).

Behörde: Zweifach-Impfung wichtig

Das Gesundheitsamt spricht von einer Epidemie unter Ungeimpften. Von den mehr als 500 Masernpatienten sei nur einer zweimal geimpft gewesen, und dieser leide unter der Beeinträchtigung der körpereigenen Immunabwehr.

38 Menschen waren einmal geimpft, die überwiegende Mehrheit gar nicht. Das Amt rät zu der zweifachen Impfung und weist darauf hin, dass auch Erwachsene sich noch infizieren können.

Vor allem bei Massenveranstaltungen wie Konzerten und Fußballspielen sei die Ansteckungsgefahr groß, und gerade bei älteren Menschen verlaufe die Viruserkrankung oft schwer.

Im gesamten Bundesgebiet sind bis zur Jahresmitte laut Robert Koch-Institut 1295 Masernerkrankungen gemeldet worden. Womöglich könnte in diesem Jahr das letzte Hoch von 2006 überschritten werden. Damals waren insgesamt mehr als 2300 Menschen an Masern erkrankt

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