Ärzte Zeitung online, 05.08.2011

Weltweit erste Professur für Plasmamedizin in Greifswald

GREIFSWALD (eb). An der Universität Greifswald gibt es jetzt eine Professur für Plasmamedizin. Sie wird vom Pharmazeuten Professor Thomas von Woedtke übernommen.

Der Greifswalder Pharmazeut Thomas von Woedtke ist seit dem 1. Juli 2011 der weltweit erste Professor für Plasmamedizin, teilt die Universität Greifswald mit.

Die Berufung an die Universitätsmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald sei in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP Greifswald) erfolgt. Strukturell ist die zu einhundert Prozent vom INP finanzierte und zeitlich unbefristete W2-Professur dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald zugeordnet. Mit der Professur übernimmt von Woedtke die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen INP und Universitätsmedizin zu stärken und neue gemeinsame Projekte anzuregen.

Eines der führenden Zentren in puncto Plasmamedizin

Gleichzeitig ist Woedtke Wissenschaftlicher Leiter des Forschungsschwerpunktes Plasmamedizin/Dekontamination am INP. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeit untersucht Woedtke hauptsächlich die "in vitro"-Effekte von physikalischem Plasma auf Flüssigkeiten, Organismen und Zellen, um damit therapeutische Anwendungen wissenschaftlich vorzubereiten und zu begleiten.

Die Verträglichkeit und Sicherheit von Plasmaanwendungen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. "Greifswald hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der international führenden Zentren der Plasmamedizin entwickelt. Mit der Einrichtung der weltweit ersten Professur wird dieses zukunftsträchtige Forschungsfeld nachhaltig gefördert", wird Woedtke in der universitären Mitteilung zitiert.

Plasma gilt als der vierte Aggregatzustand

Physiker definieren Plasma als ionisiertes Gas, das aus Ionen, freien Elektronen und neutralen Atomen besteht. Neben "flüssig", "fest" und "gasförmig" gilt es als der vierte Aggregatzustand. Plasma ist ein teilweise ionisiertes Gas und enthält neutrales Gas, geladene Teilchen (Elektronen, positive und negative Ionen), reaktive Spezies (O3, NO, NO2, N, O, OH etc.), Licht (sichtbar, ultraviolett und infrarot), ein elektrisches Feld sowie Wärme. Erforscht werden außer bakteriziden, fungiziden und viruziden Effekten auch mögliche künftige Einsatzmöglichkeiten etwa bei Krebskranken oder bei Patienten mit Ulcus cruris (ästhetische dermatologie & kosmetologie 2010; 2 (2): 16-18).

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