Ärzte Zeitung online, 06.08.2011

Masern in äthiopischen Flüchtlingscamps

ADDIS ABEBA (dpa). In den äthiopischen Flüchtlingslagern an der Grenze zu Somalia ist es zu einem gefährlichen Masern-Ausbruch gekommen. Das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR warnte am 6. August, dass eine Epidemie zum jetzigen Zeitpunkt zahlreiche Todesopfer fordern könnte.

"Die Mischung aus Masern und akuter Unterernährung kann tödlich sein", heißt es in einer Mitteilung. Besonders für die geschwächten Kinder sei die Krankheit sehr gefährlich.

Offiziell gebe es allein im Camp Kobe, in dem 25.000 Menschen überwiegend aus Somalia Zuflucht vor Hunger und Dürre gesucht haben, 47 Fälle von Masern. Mindestens drei Menschen seien in der vergangenen Woche an der Krankheit gestorben. Wahrscheinlich liege die Zahl der Erkrankten und der Opfer aber bereits weit höher.

"Die Situation ist alarmierend und wir können es uns nicht leisten, zu warten", sagte Moses Okello vom UNHCR Äthiopien. "Wir müssen umgehend handeln, um die Situation aufzuhalten und umzukehren."

Es werde bereits an einem Aktionsplan für eine groß angelegte Impfkampagne gearbeitet, hieß es weiter. Das Kinderhilfswerk Unicef und die Weltgesundheitsbehörde (WHO) würden die Impfdosen in Zusammenarbeit mit dem äthiopischen Gesundheitsministerium bereitstellen.

Bereits am 5. August sei damit begonnen worden, rund 300 Kinder zwischen sechs Monaten und 15 Jahren gegen Masern zu impfen.

In den Camps in der Region Dolo Ado leben bereits 120.000 Menschen; täglich kommen Hunderte weitere Flüchtlinge hinzu. Sie suchen Rettung vor der schwersten Dürre seit 60 Jahren.

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