Ärzte Zeitung, 25.08.2011

Keime sollen Dengue-Fieber stoppen

MELBOURNE (eis). Aedes-Mücken, die mit Wolbachia-Bakterien infiziert sind, können keine Dengue-Viren mehr übertragen, haben australische Forscher belegt.

Durch Aussetzen infizierter Mücken ließe sich die Ausbreitung der Bakterien bei den Insekten begünstigen und damit die Übertragung der Dengue-Erreger blockieren, so die Forscher (Nature 2011, 476: 450). 50 bis 100 Millionen Menschen in den Tropen erkranken jedes Jahr an Dengue-Fieber. Impfschutz gegen die Krankheit gibt es nicht.

Dengue-Viren werden über Aedes-Mücken übertragen, vor allem durch Aedes aegypti. Die Mücken sind vor allem in Asien, Süd- und Mittelamerika, der Karibik und Afrika verbreitet, vereinzelt wurden Ansteckungen in Europa bekannt. Auch in Australien kommen sie vor.

Sind Mücken von einer bestimmten Wolbachia-Art befallen, werden sie gegen Dengue-Viren nahezu komplett resistent, berichten die Forscher. Wolbachia-Bakterien leben in den Zellen vieler Insekten, auch in manchen Moskitos. Aedes-aegypti-Weibchen im Labor gezielt mit einem bestimmten Wolbachia-Stamm, die Moskitos wurden immun.

In wenigen Monaten die natürliche Population verdrängt

Die Wolbachia-Bakterien werden von weiblichen Mücken an die Nachkommen weitergegeben. Ziel sei, die Zahl der weiblichen infizierten Nachkommen zu maximieren, heißt es in einem Kommentar in "Nature". Dadurch können sich die Bakterien schnell in einer Population ausbreiten.

Die Australier probierten das aus und entließen Anfang des Jahres an zwei Orten nahe der Stadt Cairns (Queensland) über mehrere Wochen jeweils insgesamt 150.000 Moskitos in die Freiheit, die Träger des speziellen Wolbachia-Stammes waren.

Den Angaben zufolge verdrängten diese Moskitos in wenigen Monaten nahezu die kompletten natürlichen Aedes-aegypti-Populationen in diesen Gegenden. Der Vorteil der Strategie liege darin, dass nicht die Moskitos als Überträger komplett ausgerottet, sondern durch resistente Exemplare ersetzt würden, betont Rasgon. So würden die ökologischen Folgen vermutlich minimiert.

Infizierte Moskitos wurden in dem Feldversuch auch mehrere Kilometer weiter entfernt gefunden. Das weist darauf hin, dass die Wolbachia-Infektion sich auch großräumig unter den Mücken ausbreiten könnte. Unklar ist allerings noch, wie weit sie sich tatsächlich ausbreiten würde, und ob die Resistenz gegen alle Typen von Dengue-Viren Bestand hat.

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