Ärzte Zeitung, 16.01.2012

Kommentar

Vergessene Seuche in Haiti

Von Wolfgang Geissel

Bei der Cholera in Haiti sind Fortschritte nicht in Sicht: Jeden Tag erkranken in dem Land weiter bis zu 200 Menschen.

Über 7400 Kranke sind seit Ausbruch der Seuche im Oktober 2010 an den Infektionen gestorben. Das Land braucht daher dringend mehr Hilfe. Und zudem muss ein Übergriff der Krankheit in andere Länder der Region verhindert werden.

UN-Soldaten als Helfer nach dem Erdbeben vor zwei Jahren haben die Seuche nach Haiti eingeschleppt. Es gibt daher auch eine moralische Pflicht, das Land im Kampf gegen die Cholera besser zu unterstützen.

Der Erregerstamm war bisher nur aus Asien bekannt und ist besonders infektiös. Auf das Nachbarland Dominikanische Republik hat die Seuche daher bereits übergegriffen.

Experten befürchten nun auch eine Ausbreitung in Elendsregionen Lateinamerikas. Dies kann etwa über Langstreckenflüge leicht geschehen, weil Menschen die Keime weitergeben können, ohne selbst Symptome zu haben.

Um Cholera in Haiti einzudämmen, muss das Elend der Erdbebenopfer endlich effizienter gelindert werden. Zwei Jahre nach dem Erdbeben brauchen die Menschen zumindest ein Dach über dem Kopf und Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Lesen Sie dazu auch:
Internationale Allianz gegen Cholera in Haiti

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