Ärzte Zeitung, 13.05.2012

Zytokinsturm durch Antikörper aufgeklärt

LANGEN (eb). Vor sechs Jahren kam es in Großbritannien bei einer klinischen Studie mit dem monoklonalen Antikörper TGN1412 bei den sechs gesunden Probanden zu einer Entgleisung des Immunsystems mit Multiorganversagen.

Jetzt haben Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts einen Auslöser entdeckt: Ein induzierbarer Kostimulator (ICOS) auf T-Zellen interagiert mit seinem Liganden (LICOS) auf Endothelzellen.

In Verbindung mit einem weiteren kostimulatorischen Signal wird eine antigenunabhängige T-Zellaktivierung herbeigeführt - was die Möglichkeiten, aber auch die Risiken solcher Antikörper zeigt (Blood 2012; online 10. Mai).

In der "First-in-Man"-Studie hatte bei allen Teilnehmern bereits kurz nach der Applikation eine akute massive Freisetzung von immunologischen Botenstoffen (Zytokinsturm) eingesetzt.

Die Komplikation machte eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich und führte zu Gesundheitsschäden. Der CD28-Superagonist befand sich in der klinischen Entwicklung unter anderem zur Therapie bei Rheumatoider Arthritis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »