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Akute Sinusitis: Amoxicillin ohne Vorteil

BERLIN (gvg). Am Antibiotikaeinsatz bei akuter Rhinosinusitis scheiden sich die Geister. In einer neuen, randomisiert-kontrollierten Studie hatte Amoxicillin keinen signifikanten Vorteil.

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An der von Professor Gerd Fätkenheuer von der Universität Köln vorgestellten Studie nahmen 166 Patienten mit akuter Rhinosinusitis teil, die entweder dreimal 500 mg Amoxicillin pro Tag oder Placebo über zehn Tage einnahmen. Primärer Endpunkt war die krankheitsbezogene Lebensqualität am Tag drei und vier.

"Hier zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Und auch am Tag 10 gab es in der Verum-Gruppe keinen Vorteil", berichtete Fätkenheuer.

Beim sekundären Endpunkt, der Verbesserung der Symptome am Tag 7, zeigte sich ein numerischer Vorteil für die Antibiotika: 74 Prozent in der Amoxicillin-Gruppe und 56 Prozent in der Placebo-Gruppe gaben eine Verbesserung an.

Daraus lasse sich keine Empfehlung für Antibiotika ableiten, sagte der Experte. Fätkenheuer betonte allerdings, dass Antibiotika in der im Jahr 2008 vorgelegten und weiterhin gültigen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) nicht pauschal abgelehnt würden.

Die DEGAM sehe Antibiotika bei der akuten Sinusitis als indiziert an, wenn die Nebenhöhle komplett verschattet oder ein Sekretspiegel nachweisbar sei.

Starke Schmerzen gepaart mit erhöhten Entzündungsparametern (CRP über 10 mg/dl) sprechen demnach ebenfalls für ein Antibiotikum, außerdem der Nachweis von Pneumokokken, H. influenzae oder Moraxella catharralis im Nasenabstrich.

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