Ärzte Zeitung, 18.06.2012

Trypanosomen lösen Schlafkrankheit mit Trick aus

MÜNCHEN (eb). Die tödliche Afrikanische Schlafkrankheit wird von Trypanosomen verursacht. Eine Studie hat aufgeklärt, wie die Erreger die erste Hürde der angeborenen Immunabwehr überwinden: indem sich eine Vorhut den Fresszellen des Säugerwirts "opfert".

Trypanosomen werden von blutsaugenden Tsetsefliegen übertragen. Es gibt keine Impfung und nur wenige Medikamente mit schweren Nebenwirkungen.

Der Körperabwehr sind die Einzeller immer ein Stück voraus, weil sie ihre Antigene variieren können. Für diese Fähigkeit sind sie bei Molekularbiologen berühmt.

Eine Vorhut der Trypanosomen dringt in die Fresszellen ein, um sie zu lähmen und den folgenden Erregern den Weg frei zu machen (Science 2012, online 14. Juni).

Im Mausmodell zeigte sich, dass die Adenylatzyklasen dabei einen für pathogene Einzeller bislang unbekannten Mechanismus in Gang setzen. Adenylatzyklasen, molekulare Rezeptoren an der Zelloberfläche, werden hier durch die ungewöhnlich große Zahl von über 80 Genen kodiert und produzieren den intrazellulären Botenstoff cAMP.

Die Adenylatzyklasen in der Membran der Parasiten aktivieren nun die Fresszellen in der Leber zum Angriff.

Als Folge davon wird cAMP in die Fresszellen eingeschleust, was bewirkt, dass dort ein Botenstoff unterdrückt wird, der für die Eliminierung der Parasiten essentiell wäre. In Summe wird ihnen so die Infektion ermöglicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Das sind die Wünsche an die neue Weiterbildung

Am Freitag steht die Musterweiterbildungsordnung auf der Agenda des Deutschen Ärztetags. Wir haben dazu drei junge Ärzte und den BÄK-Beauftragen Bartmann befragt. mehr »

"Sportlich, unrealistisch, überkommen"

Am Donnerstagnachmittag debattiert der Deutsche Ärztetag über die GOÄ-Novellierung. Unsere Video-Reporter haben sich vorab dazu umgehört. mehr »