1994 wurde in 72 als Stichprobe repräsentativ ausgewählten Krankenhäusern eine vergleichbare Studie mit ähnlicher Methodik w. u. durchgeführt. Die Prävalenz nosokomialer Infektionen (NKI) bei aktuellem Krankenhausaufenthalt lag damals bei 3,46 % (KI95 3,06 – 3,92); die Prävalenz der Antibiotikaanwendung bei 17,7 %.
In seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin (2012 26: 239-240) hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Prävalenzrate der Antibiotikaanwendung von 26,94 % im Gesamtkollektiv (KI95 25,62 – 28,27) und 24,07 % in der repräsentativen Klinikstichprobe (KI95 21,92 – 26,29) angegeben.
Die Prävalenz der beim aktuellen Krankenhausaufenthalt erworbenen NKI lag bei 3,93 % in der Gesamterhebung (KI95 3,59 – 4,31) und bei 3,33 % in der Stichprobe (KI95 2,92 – 3,81). Mit den in alle Kliniken vorab bereits mitgebrachten NKI kam man auf eine Prävalenz aller Patienten mit NKI von 4,99 % (KI95 4,57 – 5,42) bzw. 4,52 % in der Stichprobe (KI95 3,95 – 5,13).
Wie zu erwarten, bedingten größere Krankenhäuser bzw. Unikliniken und intensivere Interventionsdichte höhere Prävalenzraten von Antibiotikaeinsatz und nosokomialer Infektionsfrequenz. Aber dass innerhalb von 18 Jahren der Antibiotikagebrauch je nach Gesamt- oder Stichprobenberechnung durchschnittlich um 36,0 bis 52,2 Prozent zugenommen und zugleich die Rate der nosokomialen Infektionen je nach Berechnungsgrundlage um 3,75 % abgenommen bzw. nur um 13,58 % zugenommen hat, ist m. E. das Erstaunlichste an dieser RKI-Studie
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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