Ärzte Zeitung, 26.11.2012

WHO

Neuer Atlas zu Klima und Gesundheit

Atlas zu Klima und Gesundheit der WHO

Wie hängen klimatischen Bedingungen und die Ausbreitung von Malaria, Diarrhö, Meningitis, Dengue-Fieber und Co. zusammen? Ein neuer Atlas löst das Rätsel.

Von Benjamin Rempe und Privatdozent Tomas Jelinek

Der Hurrikan "Sandy" hat einmal mehr gezeigt, wie nachhaltig meteorologische Phänomene die Gesundheit der Bevölkerung beeinflussen. Die Gefahr geht dabei nicht ausschließlich vom Sturm selbst aus, sondern auch von dessen Folgeerscheinungen.

In Haiti sorgte der Wirbelsturm für schwere Überschwemmung, sodass vielerorts die Trinkwasserqualität gefährdet ist. Nun wird mit einem weiteren Anstieg der Cholera-Erkrankungen gerechnet.

Das Land leidet noch immer unter den Folgen des schweren Erdbebens von vor zwei Jahren. Seit Oktober 2010 gibt es einen das gesamte Land betreffenden Cholera-Ausbruch.

Insgesamt sind über 598.000 Personen erkrankt. Etwa die Hälfte aller Betroffenen musste stationär behandelt werden, mehr als 7.500 sind infolge der Infektion gestorben.

Dass die öffentliche Gesundheit untrennbar mit Klimaveränderung zusammenhängt, zeigt auch eine aktuelle Publikation der WHO. In Zusammenarbeit mit der World Meteorological Organization (WMO) hat die Gesundheitsorganisation den "atlas of health and climate" veröffentlicht.

Darin wird unter anderem der Zusammenhang zwischen klimatischen Bedingungen und der Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Malaria, Diarrhö, Meningitis oder Dengue-Fieber anschaulich dargestellt.

Eine Gegenüberstellung zeigt beispielsweise einen möglichen Zusammenhang zwischen der lokalen Häufung von Meningitis-Erkrankungen und der Staubbelastung der Luft im sogenannten Meningitis-Gürtel Afrikas südlich der Sahara.

Die Inzidenz ist in diesen Ländern in der Trockenzeit besonders hoch. Nach Studiendaten reizt die geringe Luftfeuchtigkeit und die hohe Staubbelastung die Mukosa der Atemwege und begünstigt so den Eintritt der Meningokokken.

Der enge Kontakt der Menschen an den wenigen Wasserstellen während dieser Periode kann die Ausbreitung zusätzlich verstärken.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de; Der Atlas zum Download: www.who.int

[26.11.2012, 13:35:18]
Dr. Horst Grünwoldt 
"climate change" und Seuchenausbreitung
Ich bin mir sicher, daß man den sog. (globalen) Klimawandel besser als Klimazonen-Verschiebung bezeichnen sollte. Schließlich findet so etwas während langer Zeiträume auf der Erde seit Abermillionen von Jahren schon statt.
Den fiktiven CO2-Anstieg für eine steigende Temperaturerhöhung in der Athmosphäre verantwortlich zu machen, halte ich für abenteuerlich. Bei der Betrachung der Diagramme ist mir nämlich aufgefallen, daß die Klima-Experten irreführende (beängstigende) Skalierungen vornehmen: auf der x-Abszisse verkürzen sie den 100-Jahre Meßzeitraum und auf der y-Koordinate spreizen sie die popeligen ppm- CO2- Anstiege auf exponentielle (virtuelle) Zunahme! Das mag Politiker bei der Mittelvergabe beeinflussen...
Ökologisch und synoptisch betrachtet ist wegen der dominanten Weltklima-Faktoren des Kraftwerkes Sonneneinstrahlung im Wechselspiel mit dem Wasserkreislauf (Evaporation/Präzipitation und der damit verbundenen Verdunstungskälte) überhaupt kein Temperaturanstieg per toto in der geschlossenen Wasserdampf-Niederschlags-Athmossphäre zu erwarten.
Selbst die klimatischen "Ausreißer" sind ja i.d. Regel lokal begrenzte, wiederkehrende Unwetter-Ereignisse, vor allem in Dürre- oder Hurrikan/Taifun- Gebieten.
Solange wir unseren wunderbaren Planeten "blau und grün" halten, und vor der Desertifkikation schützen, bleiben die Bicarbonat-Puffer-Ozeane und die Vegetation mit ihrer biologischen CO2-Carbohydrat/O2-Fabrik(Photosynthese) die besten Garanten gegen eine weltweite "Treibhaus"-Athmossphäre.
Selbst die prognostizierten 9 Milliarden Menschenkinder in ein paar Jahrzehnten machen mir klimatologisch keine Bange, solange sie ernährt und gesund gehalten werden können. Schließlich stammt deren ausgeatmetes CO2 ja im "steady state"-Kreislauf aus den CO2- akkumulierten Carbohydraten der pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel.
Für ganz schlimm bei den Klima- und Gesundheits-Prognosen halte ich die mangelnde komplexe(synoptische) Sicht der Klima- und Seuchen-Unken.
Deren verengter Blick läßt nämlich ganz außer acht, daß meteorologische und gesundheitliche Ereignisse auf der Erde multifaktoriell bedingt sind.
Dazu gehören u.a. die Berücksichtigung der wechselnden Jahreszeiten auf der Nord- und Südhalbkugel (Sommer/Winter), die Topographie(Höhenlage/Tiefland), die Vegetation (Wälder, Grünland oder Wüsten), die Siedlungsdichte, die Infrastruktur u.v.m.
Insofern ist es nach m.E. unzulässig (und entspricht den nachgeäfften US-bigmouth- Ausdrücken) von "Weltklima", "Welthunger", "Weltseuchen" (Pandemien) zu sprechen, weil es tatsächlich stets nur um regional unterschiedliche Ereignisse mit disproportionalen Eigenschaften geht, und niemals um global generalisierte.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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