Ärzte Zeitung online, 14.06.2013

Keim-Alarm im Uniklinikum Münster

Aufnahmestopp auf Kinderintensivstation

Das Uniklinikum Münster hat seine Hygienemaßnahmen auf der Kinderintensivstation verschärft, nachdem bei zehn Kindern Serratia marcescens nachgewiesen wurde.

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Der Eingang des Universitätsklinikums Münster: Auf der Kinderintensivstation sind Keime gefunden worden.

© Henning Kaiser/dpa

MÜNSTER. Nach der Besiedelung von zehn Kindern mit dem Keim Serratia marcescens herrscht auf der Kinderintensivstation am Uniklinikum Münster (UKM) bis auf weiteres ein Aufnahmestopp. Mit Ausnahme von Notfällen nimmt die Klinik keine weiteren Kinder mehr auf, planbare Op werden zum Teil verschoben.

Grund ist der Aufwand für verschärfte Hygienemaßnahmen. Mit ihnen will das UKM die Ausbreitung des Keims verhindern.

Zustand eines Kindes kritisch

Bei einem der betroffenen Kinder, einem Frühgeborenen, ist es zu einer Infektion mit einer Sepsis gekommen. „Wir haben umgehend mit einer Antibiotika-Therapie begonnen. Der Zustand des Kindes ist kritisch“, sagte der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKM Professor Norbert Roeder.

Die Kinderintensivstation hat Platz für 42 Patienten, zurzeit werden noch 32 dort versorgt. Dabei handelt es sich um Früh- und Neugeborene sowie ein Kleinkind. Alle Kinder werden engmaschig überwacht.

Die Keimbesiedelung war bei den standardmäßigen mikrobiologischen Untersuchungen entdeckt worden. Das UKM screent alle Patienten inklusive der Kinder auf MRSA. Der jetzt nachgewiesene Keim ist nach Angaben der Klinik nicht multiresistent. Auf der Kinderintensivstation werden die kritischen Fälle auch auf andere Keime hin untersucht.

Sonderreinigung der Station

„Um die Sicherheit der Patienten noch weiter zu verbessern, wird derzeit eine zusätzliche Sonderreinigung der Station durchgeführt“, berichtete Roeder. Dafür wird jeweils ein Zimmer vollständig leer geräumt, die Kinder werden verlegt.

Der zusätzliche personelle und räumliche Aufwand habe eine Anpassung der Zahl der Aufnahmen notwendig gemacht.

Eine Kommission des UKM untersucht die Ursache für die Besiedelung. Sie steht in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt der Stadt Münster.

Die „schon sehr umfangreichen“ Hygienemaßnahmen am UKM seien in Reaktion auf die mikrobiologisch nachgewiesene Häufung der Besiedelungen weiter verstärkt worden, heißt es in einer Mitteilung. (iss)

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