Ärzte Zeitung online, 27.05.2014

Tierhaltung

Virus von Ratten kann ins Auge gehen

MÜNCHEN. Halter von Farbratten laufen Gefahr, sich bei den Tieren mit dem Kuhpockenvirus anzustecken, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ophthalmologie (DOG) in einer Mitteilung.

Kliniken berichten in jüngster Zeit wiederholt von Patienten, die nach Kontakt mit den als Haustier gehaltenen Ratten an Kuhpocken erkranken (JAMA Ophthalmology 2013, 131 (8): 1089-1091).

Neben dem für Kuhpocken typischen Hautausschlag ruft der Erreger bei Menschen in seltenen Fällen schwere Entzündungen der Hornhaut des Auges hervor, die bis zur Erblindung führen können. Die DOG rät Besitzern von Farbratten deshalb zur Vorsicht.

So sollten sie die Hände nach dem Streicheln des Tieres nicht in die Nähe der Augen bringen. Gründliches Händewaschen sei absolut notwendig. Ist die Haut des Tieres wund oder verschorft, sollte der Kontakt gemieden werden.

Auch Zoohandlungen und Veterinärmediziner müssten über die Risiken einer Kuhpockeninfektion aufgeklärt werden.Das menschliche Pockenvirus gilt seit den Siebzigerjahren als ausgerottet. Kuhpocken sind eine mildere Erkrankung, die in der Regel nur örtlich begrenzt Infektionen auslösen.

Bei Kühen wurden sie schon einige Jahre nicht mehr diagnostiziert. Als Hauptüberträger gelten Katzen und Nagetiere. Da Farbratten als Haustiere zunehmend an Beliebtheit gewinnen, halten Experten eine Ausbreitung der Kuhpocken für möglich. (eb)

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