Ärzte Zeitung, 02.04.2015

Ähnlichkeit mit HCV

Neues Virus in Rindern entdeckt

Bonner Forscher haben bei Rindern aus Ghana ein neues Hepatitis C-verwandtes Virus entdeckt. Ob es auch den Menschen infizieren kann, ist nicht bekannt.

BONN. Forscher der Uni Bonn haben zusammen mit Kollegen aus Hamburg, Hannover, Moskau und Ghana neuartige Rinderviren entdeckt (Journal of Virology 2015; online 18. März).

Die Erreger seien entfernte Verwandte des Hepatitis C-Virus, teilt die Uni Bonn mit. Die Viren seien in Rindern aus Ghana gefunden worden. Ob sie ebenfalls den Menschen infizieren können, sei noch unklar.

Die neu beschriebenen Erreger zählen zur Gruppe der Hepaciviren. Sie vermehren sich vermutlich in der Leber von Rindern. Die Infektion scheint sehr häufig zu sein.

Kein Vorläufer zur menschlichen Variante

"Wir haben 106 Rinder von verschiedenen zufällig ausgesuchten Farmen in Ghana untersucht", wird Jan Felix Drexler, Professor für Virologie an der Uni Bonn zitiert. "In neun Tieren konnten wir die Viren nachweisen."

Ob die neu entdeckten Viren auch Menschen anstecken können, lässt sich noch nicht sagen. "Das ist ein wichtiger Punkt, den wir nun untersuchen wollen", so Drexler in der Mitteilung.

Das Rindervirus sei aber auf keinen Fall der direkte Vorläufer des menschlichen Virus. "Kein Patient mit einer Hepatitis C-Infektion kann sich bei einem Rind angesteckt haben."

Unklar ist bislang, welche Symptome die Rinderviren in den Tieren verursachen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sie sich dort ebenfalls in der Leber vermehren, berichtet die Uni Bonn.

Inwieweit die Tiere dadurch gesundheitlich beeinträchtigt werden, soll jetzt untersucht werden. (eb)

Topics
Schlagworte
Infektionen (14263)
Innere Medizin (34926)
Organisationen
Uni Bonn (501)
Krankheiten
Hepatitis C (653)
[03.04.2015, 19:38:26]
Dr. Horst Grünwoldt 
Virus-Diagnostik
Mit dem Zauberstab "PCR" lassen sich gewiß noch vielerlei unbekannte Virus auffinden, wenn man denn einmal das Nanopartikel vollständig isoliert und seine Aminosäuren-Sequenzen fehlerfrei beschrieben hat.
So ist dies augenscheinlich Virologen der Uni Bonn gerade in den Seren -erstaunlicherweise aber nicht Leberzellen- von Rindern in Ghana gelungen.
Über die möglicherweise pathogenen Eigenschaften haben die Laborleute uns auch noch nichts verraten können.
Da sollten mal Buiatriker (Rinder-Ärzte) mit in´s Boot genommen werden, um nach klinischen Untersuchungen die tatsächlichen gesundheitlichen Gefahren auszuloten, die vom vermeintlich hepatophilen Winzling ausgehen können.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »