Ärzte Zeitung, 17.02.2016

Zika-Virus

Frauen sollen Kinderwunsch aufschieben

Auch die Philippinen raten Frauen zum Aufschub von Schwangerschaften. Brasilien weist Pestizid-Verdacht zurück.

MANILA/RIO DE JANEIRO. Wegen der Bedrohung durch das Zika-Virus hat das philippinische Gesundheitsministerium Frauen empfohlen, geplante Schwangerschaften aufzuschieben. Wer es mit einem Kind nicht eilig habe, solle bis nächstes Jahr warten, sagte Ministerin Janette Garin. Bisher hätten die Behörden keine Lösung, sollte sich eine schwangere Frau infizieren.

Derzeit gibt es nach Behördenangaben keine bestätigten Zika-Fälle in den Philippinen, zuletzt war 2012 ein 15-Jähriger infiziert.

Das Zika-Virus wird von Gelbfiebermücken übertragen, die in tropischen Ländern wie den Philippinen weit verbreitet sind. Es besteht der Verdacht, dass Infektionen von Schwangeren Fehlbildungen bei Babys zu verursachen. Unter anderem hatten auch Jamaika und Kolumbien Frauen empfohlen, geplante Schwangerschaften aufzuschieben.

Unterdessen hat Brasiliens Gesundheitsministerium in der Zika-Debatte einen möglichen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Mikrozephalien und einem eingesetzten Pestizid zurückgewiesen. Argentinische Ärzte hatten unter Verweis auf Analysen einer brasilianischen Nicht-Regierungsorganisation die Häufung in Verbindung mit diesem Stoff gebracht. Das wird dem Wasser zugemischt, um die Vermehrung von Überträgermücken zu verhindern.

Das Ministerium betonte, man verwende nur von der WHO empfohlene Larvicide. Dazu zählt auch Pyriproxifen. Allerdings setzen die Gesundheitsbehörden des Bundesstaates Rio Grande do Sul das Insektizid vorerst nicht mehr ein. (dpa)

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