Ärzte Zeitung, 21.03.2016

USA

Transgene Mücken gegen Zika-Virus

NEU-ISENBURG Die US-amerikanische Regierung will mit transgenen Mosquitos gegen die Zika-Epidemie vorgehen: Die Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA ist auf dem Weg, einen Freilandversuch mit einer transgenen Mosquitolinie von Ae. aegypti zu genehmigen.

Die Mosquitoart überträgt neben dem Zika-Virus auch das Dengue- und Chikungunya-Virus. Kürzlich hatte die WHO gewarnt, das Virus - das bisher hauptsächlich in Mittel- und Südamerika verbreitet ist, - könne sich auch in weiten Teilen Amerikas ausbreiten. Mittlerweile werden auch aus Mexiko autochthone Infektionen gemeldet.

In dem geplanten Freilandversuch sollen in einem bestimmten Gebiet in Florida transgene, männliche Mücken ausgesetzt werden, die keinen überlebensfähigen Nachwuchs zeugen können. Die Regierung hofft, die AedesPopulation so zu reduzieren und die Übertragung der krankheitsübertragenden Viren einzudämmen.

Unerwünschten Auswirkungen auf Mensch und Umwelt erwartet die FDA nicht: Da zum Großteil männliche Mücken - die nicht stechen - ausgesetzt würden, sei das Risiko für Mensch und Tier äußerst gering. Nur die weiblichen Mücken brauchen Nährstoffe aus menschlichem oder tierischem Blut für die Ablage ihrer Eier.

Auch spiele die Aedes-Mücke innerhalb des Ökosystems keine spezifische Rolle; das Wegbleiben dieser Mosquitos würde das Ökosystem daher nicht beeinflussen, so die FDA.

Die transgene Mückenlinie mit Namen OX513A wird von der britischen Firma Oxitec hergestellt. Frühere Versuche mit der genveränderten Mückenart in Malaysia haben ergeben, dass die Strategie prinzipiell funktioniert (PLoS One 2012; 7(8): e42771). (bae)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Jeder neunte Euro geht an die Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen weiter. Im Jahr 2015 betrugen sie 344,2 Milliarden Euro oder 4 213 Euro je Einwohner. Auch die Prognose für 2016 liegt bereits vor. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »