Ärzte Zeitung, 20.07.2016

Rätselhafter Fall in USA

Kann Zika auch durch Speichel oder Urin übertragen werden?

Mediziner und Experten sind ratlos: Ein Mann in den USA hat sich mit Zika infiziert, anscheinend ohne gestochen worden zu sein oder mit einem Infizierten Sex gehabt zu haben. Aber: Er hat einen erkrankten Patienten gepflegt.

LONDON. Eine Zika-Infektion ist an sich kein Neuland mehr für US-Mediziner: Der Fall eines Mannes aus Utah bereitet ihnen aber Kopfzerbrechen – so BBC. Dieser ist, nach eigenen Angaben, weder in ein Risiko-Gebiet gereist, noch hatte er Sex mit einer infizierten Person. Allerdings hat er einen alten Mann gepflegt, der Zika-infiziert war.

Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hielt sich der Pflegefall in einem Zika-Gebiet auf. Er starb im Juni. Kurios: Der alte Mann hatte die mehr als 100.000-fache übliche Virus-Konzentration im Blut.

Das CDC untersucht den Fall mit einem Spezialteam. Utah gilt bisher nicht als Risikogebiet, in dem Zika-Mücken vorkommen. Jetzt wollen die Experten Mosquitos einfangen, um zu prüfen, ob diese Zikaerreger in sich tragen. Dr. Erin Staples von den CDC sagte, dass man sehr überrascht über den Fall sei und dies zeige, dass "wir noch mehr über Zika herausfinden müssen".

Bisher ist klar, dass Zika durch Geschlechtsverkehr, Mosquito-Stiche und von Mutter zu Kind übertragen wird. Sollte der Virus auch über andere Körperflüßigkeiten übertragen werden, wäre dies ein großes Problem, beispielsweise für Pfleger. (ajo)

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