Ärzte Zeitung, 17.09.2007

Sesamölspray schützt bei trockener Nase vor Infekten

Das Mittel befeuchtet die Nasenschleimhaut, ohne die Flimmerhärchen zu beeinträchtigen / Zwei klinische Studien belegen Wirksamkeit

HAMBURG (nke). Patienten mit trockener und gereizter Nasenschleimhaut hilft ein Nasenspray mit Sesamöl. Das Mittel befeuchtet die Schleimhaut, ohne die Funktion der Flimmerhärchen zu beeinträchtigen, löst festsitzende Krusten und schützt vor chronischen Entzündungen.

Lästige Krusten und Borken sind die ersten Warnzeichen eines trockenen Schnupfens. Oft ist der Nasengang verstopft, ohne dass ein "echter" Schnupfen vorliegt. Die Ursache ist vielmehr eine trockene, gereizte Nasenschleimhaut, zum Beispiel durch trockene Heizungsluft oder Klimaanlage.

Das Problem: Die Schleimhaut der Nasenscheidewand sondert kaum noch reinigendes Sekret ab und bildet sich zurück. Dadurch wiederum können Krankheitserreger leichter eindringen. Die Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen nimmt zu. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Nasenschleimhaut regelmäßig zu befeuchten.

Besonders gut zur Schleimhautpflege geeignet ist nach Angaben von Professor Hans Behrbohm von der Park-Klinik Weissensee in Berlin das Nasenspray GeloSitin® mit Sesamöl.

Diese Nasenpflege befeuchte die Schleimhaut nachhaltig und beuge Infektionen vor. Das Sesamöl lasse sich besonders fein versprühen, ohne die Flimmerhärchen zu schädigen oder zu verkleben, hat der HNO-Spezialist bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pohl Boskamp in Hamburg gesagt. Vorteil der ölhaltigen Nasenpflege sei, dass es sehr viel länger auf der Schleimhaut verweile als zum Beispiel Meerwassersprays. Behrbohm: "Mit der Sesamöl-Nasenpflege haben wir ein wesentliches pflegerisches Präparat in der Hand." Isotonische Lösungen allein seien oft nicht ausreichend.

Den Nutzen des ölhaltigen Nasensprays belegen zwei schwedische Studien. Unabhängig davon, ob die Rhinitis sicca durch eine Strahlenbehandlung oder durch andere Ursachen ausgelöst worden war, nahmen unter einer 20-tägigen Therapie die typischen Beschwerden wie Trockenheit, Nasenblockade und Krustenbildung bei den damit behandelten Patienten signifikant ab.

Sesamöl lindert die Symptome einer Rhinitis sicca offenbar effektiver als eine isotonische Kochsalz-Lösung. Darauf deutet eine Studie mit 79 Probanden hin. Von einer Verringerung der Symptome berichteten etwa 80 Prozent der Sesamöl-Anwender im Gegensatz zu 30 Prozent der Kochsalz-Anwender.

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