Ärzte Zeitung, 02.02.2011

Antibiose reduziert Schwere und Dauer von Otitis media

US-Ärzte sprechen sich bei Kleinkindern für Antibiotika-Therapie aus

NEU-ISENBURG (eis). Für die Befürworter einer frühen Antibiose bei Kleinkindern mit Otitis media gibt es neue Argumente aus einer US-Studie: Kinder mit Antibiotika-Therapie hatten im Mittel weniger Krankheitstage.

Antibiose reduziert Schwere und Dauer von Otitis media

Auch Analgesie ist bei Otitis media wichtig.

© Wollwerth Imagery / fotolia.com

An der Untersuchung nahmen 291 Kinder mit akuter Mittelohrentzündung im Alter von sechs bis 23 Monaten teil (NEJM 2011; 364: 105). Sie wurden nach dem Zufallsprinzip über zehn Tage entweder mit Amoxicillin/Clavulansäure oder Placebo behandelt.

Ergebnis: In der Antibiotika-Gruppe waren die Symptome am zweiten Tag bei 20 Prozent und am siebten Tag bei 67 Prozent dauerhaft verschwunden, mit Placebo war dies bei 14 und 53 Prozent der Fall.

Auch der mittlere Symptomen-Score war in der Antibiotikagruppe deutlich niedriger. Allerdings gab es in der Verumgruppe häufig Durchfall und Windeldermatitis.

In Deutschland wird vor allem zu einer ausreichenden Schmerztherapie bei Otitis media geraten, etwa mit Ibuprofen oder Paracetamol drei- bis viermal am Tag. Nasentropfen werden außerdem empfohlen.

Verdächtig ist es, wenn ein Kind mehr als sechs- bis achtmal im Jahr eine Mittelohrentzündung bekommt. Dann sollte eine HNO-Untersuchung erfolgen oder bei häufigen polytopen Infekten auch ein möglicher Immundefekt abgeklärt werden.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Kind mit Mittelohrentzündung gehört immer zum Arzt!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »